06.04.2011

Elfenbeinküste: Eine Million Menschen auf der Flucht

Christliche Dachverbände fordern Ende des Bürgerkriegs Weltkirchenrat und Evangelikale sind sich einig: Eine friedliche Lösung muss her

Elfenbeinküste: Eine Million Menschen auf der Flucht

Christliche Dachverbände fordern Ende des Bürgerkriegs

Weltkirchenrat und Evangelikale sind sich einig: Eine friedliche Lösung muss her

 

Abidjan/Genf/New York (idea) – Ein Ende des Bürgerkriegs und eine friedliche Lösung des Konflikts in der Elfenbeinküste fordern die internationalen ökumenischen und evangelikalen Dachorganisationen. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit (Genf), warnt ferner davor, religiöse Konflikte in dem westafrikanischen Land zu schüren. Religion werde bereits missbraucht, um politische und wirtschaftliche Macht zu gewinnen. Alle Menschen guten Willens müssten eine solche Manipulation ablehnen, so Tveit. Er rief die Führer beider Konfliktparteien auf, die Feindseligkeiten einzustellen und eine politische Lösung zu suchen, um Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung im Land zu erreichen. Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Geoff Tunnicliffe (New York). Er forderte zur Beendigung der Kämpfe und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Gleichzeitig rief er zum Gebet für die Elfenbeinküste auf.

Eine Million Menschen auf der Flucht

Dort liefern sich Anhänger des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara (69) und des seit elf Jahren amtierenden Staatschef Laurent Gbagbo (65) blutige Kämpfe. Presseberichten vom 6. April zufolge sind Ouattaras Kämpfer kurz davor, den Bunker zu stürmen, in dem sich Gbagbo aufhalten soll. Bei den Wahlen im November erhielt der Muslim Ouattara nach Angaben der unabhängigen Wahlkommission 54,1 Prozent der Stimmen, doch nach Ansicht des Verfassungsgerichtshofs wurde der Katholik Gbagbo mit 51,5 Prozent gewählt. Dieser weigert sich, sein Amt aufzugeben. Die Kämpfe zwischen den Anhängern der beiden Politiker haben mindestens 800 Todesopfer gefordert. Rund eine Million Menschen sind auf der Flucht. Von den rund 20 Millionen Einwohnern der Elfenbeinküste sind 38 Prozent Muslime und 27,5 Prozent Christen, davon 5,5 Prozent Protestanten. 34,5 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen. Die WEA repräsentiert rund 600 Millionen Evangelikale in 128 Ländern. Dem ÖRK gehören 349 evangelische, orthodoxe und anglikanische Kirchen mit über 560 Millionen Mitgliedern in 110 Ländern an.