12.01.2011
Eritrea: 27-Jährige in Militärlager gestorben
Verhaftungswelle von Christen zu Jahresbeginn
(Open Doors) – Seble Hagos Mebrahtu hat das Gefängnis nicht überlebt. Die 27-jährige Christin aus Eritrea verstarb am 1. Januar in Militärhaft im Ausbildungszentrum in Sawa an den Folgen einer unbehandelten Malaria. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, soll die junge Frau vor ihrem Tod auch misshandelt worden sein. Wie lange Mebrahtu eingesperrt war, ist unklar. Sie soll verhaftet worden sein, nachdem man sie beim Bibel lesen in ihrem Zimmer entdeckt hatte. Über ihre Angehörigen ist nichts bekannt ebenso wenig, zu welcher Kirchengemeinde sie gehörte. Mit ihrem Tod erhöht sich die Zahl der in eritreischen Gefängnissen gestorbenen Christen auf 16, seitdem der Staat im Jahr 2002 viele christliche Gruppen verboten hat und kriminalisierte.
Das ostafrikanische Eritrea belegt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors Platz 12 in der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Regierung hält an ihrem harschen Kurs gegen Gläubige fest, die sich nicht in staatlich genehmigten Kirchen registrieren lassen wollen. Über 100 Christen nahmen Sicherheits-kräfte in den vergangenen Tagen fest.
So wurden am 31. Dezember 41 Mitglieder der "Philadelphia-Kirche" in der Hauptstadt Asmara festgenommen und auf die Polizeistation Nummer 1 gebracht. Die Christen hatten sich zu einem gemeinsamen Festessen zum Jahreswechsel versammelt. Bis auf wenige Mitglieder, die sich zum Zeitpunkt der Verhaftung außerhalb der Stadt aufhielten, ist die gesamte Gemeinschaft nun in Haft.
Am 1. Januar nahmen Sicherheitskräfte 27 Christen in Kushate, einem Vorort von Asmara, fest. Die Mitglieder verschiedener Untergrundgemeinden hatten sich im Haus eines Christen zum Gebet versammelt. Sie werden auf der Polizeistation Nummer 5 festgehalten. 35 Christen wurden am 9. Januar in der Stadt Nakfa verhaftet, darunter 15 Frauen und zwei ältere Männer, deren Gesundheitszustand schlecht ist. Auch sie waren gerade in einem Privathaus zum Gottesdienst versammelt.