12.01.2011
Eritrea: Priester der anglikanischen Kirche ausgewiesen
Gegen die Anglikanische Kirche geht die Regierung weiterhin vor. Der indische Priester Ambrose Udaychand von der Gemeinschaft in Asmara wurde Mitte Dezember 2010 angewiesen, das Land innerhalb von 72 Stunden zu verlassen. Priester Ambrose war der einzige verbliebene ausländische Geistliche, nachdem die Regierung im Jahr 2007 alle anderen Geistlichen ausgewiesen hatte. Bereits im Jahr 2005 musste Priester Nelson Fernandez, ebenfalls indischer Staatsbürger, das Land verlassen. Die Anglikanische Kirche in Eritrea ist seitdem gezwungen, ihre Aktivitäten unter dem Dach der Evangelisch-Lutherischen Kirche (ELC) auszuüben.
Hintergrund:
Nach jüngsten Angaben von Kirchenleitern vor Ort sind in Eritrea rund 1.500 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter teils unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren in Haft. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle Kirchen für illegal – darunter über 30 unabhängige Gemeinden. Nur die Eritreisch-Orthodoxe und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam als Religionen sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen, verbietet Privatversammlungen und geht rigoros gegen alle Gläubigen vor, die sich nicht einer der anerkannten Religionen anschließen.