16.01.2011

Pakistan: Islamisten demonstrieren weiter gegen den Papst

Einsatz für Asia Bibi kritisiert

Pakistan: Islamisten demonstrieren weiter gegen den Papst

Einsatz für Asia Bibi kritisiert

KARATSCHI, 17. Januar 2011 (ZENIT.org <http://www.zenit.org> ).-
Islamistische Gruppen und radikale politische Parteien haben am Freitag in
der pakistanischen Provinz Punjab gegen den Aufruf des Papstes, das
Blasphemie-Gesetz aufzuheben, demonstriert. Die Aussagen von Papst Benedikt
XVI. wurden als „ein Angriff auf die Herzen der Muslime" gebrandmarkt. In
seiner Neujahrsansprache vor dem beim Heiligen Stuhl akkreditierten
diplomatischen Korps, war das katholische Oberhaupt auf den Tod von Salman
Taseer eingegangen. Der Gouverneur des Punjab war am 4. Januar wegen seiner
Kritik am Blasphemie-Gesetz ermordet worden.

Die neuerlichen Demonstrationen fanden in Lahore und Rawalpindi, aber auch
in Karatschi statt. Eine Allianz radikaler islamischer Gruppen und Parteien
namens Tehrik-e-Tahaffuz Namoos-e-Risalat hatte dazu aufgerufen. Sie kämpfen
dafür, jeden Versuch die entsprechenden Gesetze zu ändern zu unterbinden.
Bei der Kundgebung kritisierten Wortführer den Papst auch wegen seiner
Unterstützung für Asia Bibi. Die Christin ist wegen Blasphemie zum Tod
verurteilt worden und sitzt seit 2009 im Gefängnis der Industriestadt
Sheikhupura in Punjab.

Amir Ameerul Azeem von der Partei Jamaat-e-Islami warf der Regierung in
Islamabad vor, im Fall der Pakistanerin Aafia Siddiqui, die in den USA wegen
Terrorismus angeklagt ist, nicht angemessen zu intervenieren. Wie AsiaNews
berichtet, forderte er dazu auf, offiziell gegen die Stellungnahme des
Papstes zu protestieren und sämtliche Änderungsanträge im Parlament gegen
die Blasphemie-Gesetze zurückzuziehen. Die Regierenden sollten nicht „mit
den Gefühlen der Muslime" spielen. Um dies zu verhindern, werden weitere
Demonstrationen am 30. Januar stattfinden.