03.05.2011
Pakistan: Sicherheitsmaßnahmen erhöht
Angst vor Vergeltung des Terrornetzwerks El Kaida für Erschießung Bin Ladens
Pakistan: Sicherheitsmaßnahmen erhöht
Angst vor Vergeltung des Terrornetzwerks El Kaida für Erschießung Bin Ladens
(idea) Die pakistanischen Behörden haben unterdessen die Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen und christliche Einrichtungen erhöht, da man Vergeltungsanschläge gegen „Ungläubige“ befürchte. Christen würden von islamischen Extremisten mit dem Westen, insbesondere den USA, identifiziert, und seien deshalb Zielscheiben für Terroristen, so der katholische Fidesdienst. Nach Angaben des Nationaldirektors der Päpstlichen Missionswerke in Pakistan, Mario Rodrigues (Karachi), haben die Behörden Christen gewarnt und gebeten, die kirchlichen Einrichtungen zu schließen. Vor Kirchen sei zusätzliches Wachpersonal stationiert. Der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrats in Pakistan, Victor Azariah (Lahore), lehnte gegenüber der ökumenischen Nachrichtenagentur ENInews (Genf) jede Stellungnahme ab.
Christlicher Minister erschossen
In Pakistan ist es in der Vergangenheit immer wieder zu blutigen Anschlägen extremistischer Muslime auf Christen gekommen. Am 2. März war der einzige Christ im pakistanischen Kabinett, Minderheitenminister Shahbaz Bhatti, auf offener Straße erschossen worden. Der Katholik wollte – ebenso wie der im Januar erschossene Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer – das Blasphemiegesetz reformieren. Es sieht die Todesstrafe für jeden vor, der den Propheten Mohammed beleidigt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes vor 20 Jahren wurden über 650 Christen wegen eines oft unbegründeten Verdachts angeklagt. Zur Vollstreckung von Todesurteilen kam es nicht. Von den 173 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.
Angst auch in andern islamischen Ländern
Aber auch in anderen Ländern, in denen Sympathisanten und Ableger von El Kaida operieren, müssen Christen vor Racheakten auf der Hut sein. Das gilt nach Angaben des Hilfswerks Open Doors unter anderem für Afghanistan, den Irak und Somalia. In dem Land am Horn von Afrika hatten Kämpfer der mit El Kaida verbundenen Al-Shabab-Miliz Mitte April einen 21-jährigen Christen erschossen. Somalia ist nach Angaben des Hilfswerks Barnabas Fund (Pewsey/Südwestengland) das gefährlichste Land für Konvertiten. Seit Jahren würden immer wieder Christen muslimischer Herkunft umgebracht. Weniger als ein Prozent der 8,7 Millionen Einwohner Somalias sind Christen, die übrigen meist Muslime.