17.05.2011
Polen: Erika Steinbach darf nicht in polnische Kirche
Ein geplanter Besuch der Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach (CDU) in einer Kirche im polnischen Gdyina (Gedingen) stößt auf Hindernisse. Die Leitung der Seemannskirche will die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen nicht in das Gebäude lassen, wie die Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ (Dienstagsausgabe) berichtete. „Die Kirche dient dem Gebet und nicht politischen Angelegenheiten“, zitierte die Zeitung einen Vertreter des Redemptoristen-Ordens. Steinbach, die für Sonntag und Montag einen Aufenthalt in Polen plant, wollte in der Seemannskirche Blumen vor einer deutsch-polnischen Gedenktafel für die Opfer des Untergangs der „Wilhelm Gustloff“ niederlegen. Das Schiff mit deutschen Flüchtlingen an Bord war im Januar 1945 von einem sowjetischen U-Boot in der Ostsee versenkt worden. Die 67-jährige Steinbach, die Polen in ihrer Eigenschaft als Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion besucht, ist im Nachbarland sehr unbeliebt. Ihr Projekt „Zentrum gegen Vertreibungen“ wurde in Polen als Versuch gesehen, mit dem Gedenken an die Vertreibung der Deutschen die Polen als Täter zu stigmatisieren.
epd