02.12.2013

Großbritannien/USA: Zunehmende Christenverfolgung

Christenverfolgung wächst sich zur „globale Krise“ aus

Großbritannien/USA: Zunehmende Christenverfolgung

Christenverfolgung wächst sich zur „globale Krise“ aus

Christenverfolgung wächst sich zur „globale Krise“ aus

Die britische Staatsministerin Baronin Sayeeda Warsi. Foto: flickr/ukhomeoffice

London/Washington (idea) – Die zunehmende Verfolgung aus religiösen Gründen wächst sich nach Ansicht der britischen Staatsministerin Baronin Sayeeda Warsi (London) zu einer „globalen Krise“ aus. Besonders bedrohlich sei die Christenverfolgung im Nahen Osten, sagte sie in einem Vortrag an der Georgetown-Universität in Washington. Die Muslima ist im Kabinett von Premierminister David Cameron unter anderem für Religionsangelegenheiten zuständig. Ausgerechnet in der Wiege der Christenheit würden Katholiken, Protestanten und Orthodoxe Opfer militanter Übergriffe und von Vertreibung. Warsi: „Dort spielt sich ein Massenexodus biblischen Ausmaßes ab.“ Es bestehe die reale Gefahr, dass die Christenheit in manchen Regionen aussterbe. Das Spektrum der Übergriffe reiche von Ausgrenzung, Diskriminierung, Zwangsbekehrungen bis hin zu Folter und Mord. Täter seien in manchen Fällen Staaten, in anderen militante Gruppen oder sogar die eigene Familie. Heimische christliche Minderheiten würden „kollektiv bestraft“ für Vergehen, die man westlichen Mächten wie den USA anlaste.

Christentum ist kein „westlicher Import“

Die Staatsministerin forderte die Staaten auf, kultur- und religionsübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung der Christenverfolgung zu ergreifen. Unter anderem gelte es, die historischen Fakten deutlich zu machen; so sei das Christentum kein „westlicher Import“ in den Nahen Osten, sondern es habe dort seine Wurzeln. Ferner müsse man zeigen, dass die Anwesenheit anderer Religionen und Kulturen die eigene religiöse Identität nicht bedrohe. In einigen Ländern mit muslimischer Mehrheit griffen Extremisten Minderheiten an, weil sie fälschlicherweise meinten, dadurch den Islam zu stärken. Zudem müsse der Zusammenhang zwischen Religionsfreiheit und dem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wohlergehen eines Landes herausgestellt werden. Im kommenden Jahr will Warsi eine internationale Konferenz leiten, die einen Plan zur Beendigung der religiös motivierten Gewalt gegen Christen aufstellen soll.

Extremistische Ideologie bekämpfen

Der Direktor des christlichen Hilfswerks „Barnabas Fund“, Patrick Sookhdeo (Pewsey/Südwestengland), begrüßte Warsis Äußerungen. Allerdings seien Ergänzungen nötig. So ließen sich islamische Extremisten bei ihren Übergriffen auf Christen oft von einer bestimmten Interpretation des Islam leiten, die Andersgläubige als „ungläubig“ betrachten. Diese müssten dann entweder zum Islam bekehrt oder verstoßen, als Bürger zweiter Klasse behandelt oder gar getötet werden. Dieser Ideologie müsse man sich entgegenstellen, betont Sookhdeo, sonst blieben Christen und andere Nicht-Muslime die Leidtragenden.