03.12.2013

Deutschland: 100.000 Flüchtlinge aufnehmen?

Rheinische Kirche, Oberkirchenrätin: Derzeitiger Einsatz entspricht nicht der Wirtschaftskraft

Deutschland: 100.000 Flüchtlinge aufnehmen?

Rheinische Kirche, Oberkirchenrätin: Derzeitiger Einsatz entspricht nicht der Wirtschaftskraft

Düsseldorf (idea) – Die Evangelische Kirche im Rheinland fordert, dass Deutschland deutlich mehr Bürgerkriegsflüchtlinge aufnimmt. Das sagte die Leiterin der Abteilung Ökumene, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph (Düsseldorf), auf einem Presseabend am 2. Dezember in Düsseldorf. Die vorübergehende Aufnahme von mehr als 100.000 Bürgerkriegsflüchtlingen sei der politischen Verantwortung und der Wirtschaftskraft Deutschlands eher angemessen. Sie erinnerte daran, dass während des Bosnienkriegs Anfang der neunziger Jahre Deutschland die vorübergehende Aufnahme von mehr 320.000 Bürgerkriegsflüchtlingen bewältigt habe. Wie Rudolph sagte, liegt die Aufgabe der Kirche vor allem in der Begleitung, Seelsorge und Beratung sowie der Unterstützung der Integration von Flüchtlingen. Die rheinische Kirche werde keine Aufgaben übernehmen, die der Staat leisten müsse.

Kirchlichen Sparkurs zügig umsetzen

Die rheinische Kirche befindet sich derzeit auf einem drastischen Sparkurs. So hat eine außerordentliche Synode Ende November beschlossen, dass bis 2018 im landeskirchlichen Haushalt 35 Prozent (20 Millionen Euro) einzusparen sind. 2012 belief sich der Haushalt auf Landesebene noch auf 58 Millionen Euro. Die öffentlichen Beratungen, so Präses Manfred Rekowski (Düsseldorf) auf dem Presseabend, ließen den Eindruck entstehen, dass die Kirche nur noch mit Finanz- und Strukturfragen beschäftigt sei: „Der Kirchenleitung liegt vor allem daran, dass diese Fragen zielgerichtet und zügig beantwortet und entschieden werden, damit die notwendige Konzentration auf die inhaltliche Arbeit – das Evangelium kommunizieren und Weltverantwortung wahrnehmen – erfolgen kann.“ Die rheinische Kirche legte jetzt ihre Jahresstatistik für 2012 vor. So ging die Zahl der Mitglieder von 2,77 Millionen (1. Januar 2012) auf 2,74 Millionen (1. Januar 2013) zurück. 13.915 Menschen traten aus der Kirche aus (2011: 14.747); die Zahl der Eintritte belief sich auf 6.502 (2011: 6661). Sie verteilten sich auf 2.279 Wiederaufnahmen, 1.770 Übertritte aus der katholischen, 314 aus anderen Kirchen sowie 2.139 Erwachsenentaufen.