07.12.2013
Sri Lanka: Immer mehr Übergriffe auf Kirchen
Vatikanstadt/Colombo (idea) – In Sri Lanka nehmen Gewalttaten von Buddhisten gegen Christen zu. Seit Januar seien 65 Vorfälle registriert worden, teilte der katholische Fidesdienst (Vatikanstadt) unter Berufung auf die Evangelische Allianz in Sri Lankas Hauptstadt Colombo mit. Im Jahr 2012 habe es 52 Angriffe auf christliche Einrichtungen gegeben, etwa doppelt so viele wie 2011. Zu den sieben Übergriffen in diesem Oktober gehörten die Zwangsschließung von Kirchen, Vandalismus, Brandstiftung und Bedrohung und Misshandlung von Gemeinde-Mitarbeitern. Oft würden die Randalier von buddhistischen Mönchen angeführt, die das Christentum als eine „ausländische und für Sri Lanka fremde Religion“ bezeichneten. Solche Übergriffe blieben in den meisten Fällen unbestraft. Fides zufolge wird die steigende Tendenz zur religiösen Intoleranz auch von der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, bestätigt. Die südafrikanische Juristin habe nach einem Besuch in Sri Lanka ebenfalls „das Fehlen des Vorgehens gegen die Verantwortlichen“ beklagt.
Kein multireligiöses und tolerantes Land
Diese Berichte widersprächen dem Bemühen der Regierung von Sri Lanka, das Land als multireligiös und tolerant darzustellen, so Fides. Dabei werde darauf verwiesen, dass in den Städten Kirchen, Moscheen und Tempel problemlos nebeneinander stünden. Von den rund 20,6 Millionen Einwohnern sind etwa 70 Prozent Buddhisten, 12 Prozent Hindus und 10 Prozent Muslime. Etwa 7,5 Prozent bekennen sich zum Christentum.