14.12.2013

Italien: Italienische Integrationsministerin bittet Evangelikale um Hilfe

Evangelische Allianz: Integration und Religionsfreiheit gehören zusammen

Italien: Italienische Integrationsministerin bittet Evangelikale um Hilfe

Evangelische Allianz: Integration und Religionsfreiheit gehören zusammen

San Benedetto del Tronto (idea) – Die italienische Integrationsministerin Cecile Kyenge setzt bei der Eingliederung von Zuwanderern und Flüchtlingen auf die Hilfe evangelikaler Gemeinden. Sie sprach Anfang Dezember bei einer Konferenz der Italienischen Evangelischen Allianz in San Benedetto del Tronto an der mittelitalienischen Adriaküste. Der Staat könne nicht isoliert handeln, sagte die Politikerin. Sie ist in der Öffentlichkeit unter Druck geraten, weil der Widerstand gegen den Zustrom von Flüchtlingen wächst. Viele kommen aus Afrika über das Mittelmeer und landen etwa auf der Insel Lampedusa. Kyenge räumte ein, dass es Opposition an den Rändern der italienischen Gesellschaft gebe, aber im „wahren und echten Italien“ stehe man für Pluralismus und Integration ein. Der Vorsitzende der Italienischen Allianz, Giacomo Ciccone (Rom), betonte, dass die Evangelikalen an vorderster Front für Integration kämpften. Etwa zehn Prozent aller Einwanderer seien Evangelikale. Gleichzeitig machte er auf den Zusammenhang zwischen Integration und Religionsfreiheit aufmerksam; zwischen beiden bestehe eine wechselseitige Beziehung. Deshalb richte man die dringende Bitte an die Regierung die Ungleichbehandlung der Religionsgemeinschaften abzubauen. Italienische Evangelikale beklagen, dass sie etwa gegenüber der römisch-katholischen Kirche benachteiligt werden. Von den knapp 61 Millionen Italienern bezeichnen sich etwa zwei Drittel als Katholiken. 2,2 Prozent sind evangelisch und zwei Prozent orthodox. Muslime bilden mit einem Anteil von 2,5 Prozent die größte nicht-christliche Religionsgemeinschaft. Vier Millionen Bürger bezeichnen sich als religionslos.