31.12.2013

Russland: Christen lassen sich durch Terroranschläge nicht beirren

Humanitäre und evangelistische Aktionen während der Winterolympiade geplant

Russland: Christen lassen sich durch Terroranschläge nicht beirren

Humanitäre und evangelistische Aktionen während der Winterolympiade geplant

Wolgograd/Sotschi (idea) – Christen in Russland wollen sich durch die jüngsten Terroranschläge in Wolgograd nicht in ihren humanitären und missionarischen Aktivitäten beirren lassen. Das sagte der Präsident der Organisation „Russian Ministries“ (Russisches Missionswerk), Sergej Rakhuba (Moskau), dem Informationsdienst Mission Network News (Grand Rapids/US-Bundesstaat Michigan). Am 29. und 30. Dezember hatten Selbstmordattentäter in Wolgograd zwei Bomben gezündet. Dabei starben mindestens 31 Personen. Es wird vermutet, dass muslimische Extremisten hinter den Anschlägen stecken. Unterdessen wächst die Furcht vor weiteren Terrorakten während der Olympischen Winterspiele, die vom 7. bis 23. Februar in Sotschi am Schwarzen Meer stattfinden. Die Stadt ist etwa 700 Kilometer von Wolgograd entfernt. Etwa 600.000 Besucher werden zu dem Sportereignis erwartet. Die russischen Behörden haben etwa 37.000 uniformierte Polizisten und rund 23.000 Sicherheitskräfte in Zivil im Einsatz.

Größere Offenheit für die christliche Botschaft

Laut Rakhuba plant sein Missionswerk evangelistische Großeinsätze in zahlreichen russischen Städten während der Olympischen Spiele. Mehr als 650.000 Bibelteile, Neue Testamente und Traktate sollen verteilt werden. Rakhuba rechnet damit, dass die Aktionen wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen bei öffentlichen Großveranstaltungen auf Probleme stoßen könnten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter ließen sich davon jedoch nicht abschrecken. Rakhuba rief die Christen weltweit auf, für die Evangelisationsaktionen zu beten. Das Missionswerk ist vor dem orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar auch dabei, rund 70.000 Päckchen mit Geschenken an bedürftige Kinder zu verteilen. Die Terroranschläge haben nach Ansicht des Missionsleiters nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern auch zu einer größeren Offenheit in der Bevölkerung für die christliche Botschaft geführt. Von den 143 Millionen Bürgern Russlands sind streng genommen 35 Millionen orthodoxe Kirchenmitglieder; gleichwohl bezeichnen sich rund 100 Millionen Einwohner als orthodox, weil sie die Volkszugehörigkeit mit der Konfession gleichsetzen. Ferner leben in Russland etwa 500.000 Katholiken, 250.000 Lutheraner, 150.000 Baptisten, 150.000 Charismatiker, 120.000 Pfingstler und 70.000 Adventisten. Der Bevölkerungsanteil der Muslime wird auf bis zu 15 Prozent geschätzt.