17.07.2013
Ägypten: Wegen Schmähung des Christentums verurteilt
„Abu Islam“ hatte eine Bibel verbrannt und Christinnen als „Huren“ bezeichnet
Ägypten: Wegen Schmähung des Christentums verurteilt
„Abu Islam“ hatte eine Bibel verbrannt und Christinnen als „Huren“ bezeichnet
Kairo/Gojra (idea) – In Ägypten ist ein radikal-islamischer Fernsehprediger zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden, weil er das Christentum beleidigt haben soll. Ein Gericht im Norden Kairos sprach am 15. Juli eine dreijährige Haftstrafe gegen Ahmed Abdullah aus, der unter dem Namen Abu Islam in seinem eigenen Fernsehkanal auftritt. Er soll unter anderem koptisch-orthodoxe Frauen als „Huren“ beschimpft haben. Im Juni war er bereits in einem anderen Verfahren zu elf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er am 11. September 2012 vor der US-Botschaft in Kairo eine Bibel zerrissen und verbrannt hatte. Er hatte zudem angekündigt, er werde seinen Enkel auf die Bibel urinieren lassen. Sein Sohn wurde wegen seiner Beteiligung an der Aktion zu acht Jahren Haft verurteilt. Anlass waren Proteste gegen den in Kalifornien produzierten anti-islamischen Schmähfilm „Innocence of Muslims“ (Die Unschuld der Muslime). Der Streifen hatte in der gesamten islamischen Welt für Aufruhr gesorgt. Abu Islam will gegen die Urteile Berufung einlegen. Die Beleidigung der „himmlischen Religionen“ Islam, Christentum und Judentum ist in Ägypten strafbar. Von den 83 Millionen Einwohnern sind etwa 10,5 Millionen Christen und die übrigen meist Muslime. Christen sind immer wieder Diskriminierungen und Übergriffen muslimischer Extremisten ausgesetzt.