28.05.2013
China: IGFM: Regierung verweigert Tibetern alle Rechte
Gansu / Frankfurt am Main (28. Mai 2013) – Tibeter in Luchu in der Provinz Gansu protestierten durch einen Sitzstreik gegen die drohende Räumung von Land, das sie rechtmäßig erworben hatten. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, rückten daraufhin etwa 200 Soldaten an, um die Räumung durchzusetzen; 15 Tibeter seien verhaftet, eine Frau sei schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die chinesische Regierung Tibetern die Rechte, die ihnen selbst nach chinesischem Gesetz zustehen, mit fadenscheiniger Begründung oder ohne jede Erklärung verweigert und anschließend versucht, jede Berichterstattung darüber zu unterbinden. Der Militäreinsatz fand bereits am 12. Mai statt, wurde aber erst jetzt bekannt. Seit die Volksrepublik China das vormals unabhängige Tibet annektierte, sind Tibeter in ihrem eigenen Land zu Bürgern zweiter Klasse geworden. Nach Einschätzung der IGFM versucht die chinesische Regierung, ihre kulturelle und religiöse Identität zu unterdrücken und zu assimilieren.
Seit 2009 findet in Tibet zudem eine Welle von Selbstverbrennungen von Tibetern statt. Viele der Menschen, die aus Protest und Verzweiflung selbst in den Tod gingen, sind unter 30 Jahre alt, die meisten von ihnen Mönche. Mit der Selbstverbrennung eines Mönchs am 26. März und zweier weiterer am 24. April ist die Gesamtzahl der Opfer auf 118 gestiegen. Gegen öffentliche Versammlungen anlässlich der Beisetzung der Selbstverbrenner geht die chinesische Regierung mit rigoroser Härte vor.
Die IGFM fordert die chinesische Regierung auf, die Unterdrückung der tibetischen Bevölkerung unverzüglich zu beenden. „Die Regierung in Peking tut so, als seien die Protestaktionen der Tibeter das eigentliche Problem – tatsächlich aber sind sie ein Resultat der Politik Pekings, die jahrzehntelang die Rechte der Tibeter, ihre Kultur und ihre Religion mit Füßen getreten hat.“
Quelle: IGFM