26.11.2013

El Salvador: Beweise, dass Du fromm bist!

Gangster befürchten, dass sich Polizisten als Christen ausgeben

El Salvador: Beweise, dass Du fromm bist!

Gangster befürchten, dass sich Polizisten als Christen ausgeben

San Salvador (idea) – Im mittelamerikanischen Staat El Salvador stoßen Christen auf lebensbedrohliche Probleme, wenn sie in bestimmten Gebieten evangelisieren wollen. So werden Teile der 240.000 Einwohner zählenden Stadt Soyapango nahe der Hauptstadt San Salvador von kriminellen Banden kontrolliert. Sie verlangen von evangelisierenden Christen, dass sie sich etwa durch Namensschilder sowie Aufnäher mit Logos ihrer Kirchen eindeutig als Evangelikale zu erkennen geben, sonst müssten sie mit Ermordung rechnen. Wie die Internetzeitung Christian Post berichtet, befürchten die Bandenanführer, dass sich Polizeispitzel als Evangelikale ausgeben. Christen, die sich den von ihnen kontrollierten Gebieten nähern, werden bisweilen gezwungen, mindestens fünf Bibelverse aufzusagen oder Kirchenlieder vorzusingen, um sich zu identifizieren. Gegenüber dem Informationsdienst Noticia Cristiana erklärte ein Pastor, der sich aus Sicherheitsgründen nur als „Antonio“ ausgab, er sei mehrfach angehalten und nach seinen Absichten gefragt worden. Seine schlichte Antwort: „Ich will über das Wort Gottes reden.“ Die Bandenmitglieder folgten Christen auf Schritt und Tritt wie unerwünschte Leibwächter.

14.000 Bandenmitglieder in einem kleinen Land

In El Salvador (Spanisch: Der Heiland) sind nach Schätzungen mehr als 14.000 Bandenmitglieder aktiv; sie haben sich vor allem auf Raub und Drogenhandel spezialisiert. Laut „Antonio“ stehen sie Christen nicht grundsätzlich feindselig gegenüber. Viele sähen, dass die Evangelisationen zu positiven Veränderungen im Zusammenleben der Menschen geführt hätten. Auch seien einige Gangster Christen geworden. In dem Land von der Größe Hessens wird durchschnittlich an jedem Tag ein Dutzend Menschen ermordet. Von den 7,3 Millionen Einwohnern sind rund 60 Prozent katholisch und annähernd 30 Prozent evangelisch; die übrigen gehören anderen Religionen oder Weltanschauungen an.