30.11.2013

Mexiko: Exorzisten haben Zulauf wie noch nie

Experten sehen Verbindung von satanischem Kult und Drogenkartellen

Mexiko: Exorzisten haben Zulauf wie noch nie

Experten sehen Verbindung von satanischem Kult und Drogenkartellen

Mexiko-Stadt (idea) – Exorzisten der römisch-katholischen Kirche sind in Mexiko derzeit so gefragt wie noch nie. Manche Priester sind so ausgelastet, dass sie keine neuen Fälle mehr annehmen. Das berichtet die britische Rundfunkanstalt BBC. Kirchliche Experten machen dafür vor allem den satanistischen Kult des „Heiligen Todes“ verantwortlich, der in enger Verbindung mit der Drogenmafia stehen soll. Zwischen den Drogenkartellen des Landes tobt ein erbarmungsloser Kampf. Dabei starben seit 2006 mindestens 70.000 Menschen. Nach Schätzungen hat der Kult des „Heiligen Todes“ in Mexiko rund acht Millionen Anhänger, darunter viele Mitglieder der Drogenkartelle. Sie verehren die Todesgöttin „Santa Muerte“. Die Figur besteht aus einem Totenkopf und einem Hochzeitskleid mit einer Sense. Ihre Anhänger erhoffen sich Reichtum und Schutz vor Verhaftung. Es gibt Hinweise darauf, dass sie dafür auch Menschenopfer bringen. Vor allem die Wirtschaftskrise in den 90er Jahren habe viele Menschen in die Arme des satanischen Kultes getrieben, sagt der in Mexiko-Stadt tätige Exorzist Francisco Bautista. Nach seinen Worten lässt sich in viele Fällen eine dämonische Belastung durch ein Befreiungsgebet lösen. Nur selten seien Hilfesuchende vollständig vom Teufel besessen. Bautista sieht auch eine Verbindung zwischen dem Anwachsen des Satanismus und der Freigabe der Abtreibung im Jahr 2007 in Mexiko: „Beide Dinge hängen eng miteinander zusammen. Wir werden von den Dämonen heimgesucht, weil wir unsere Türen für den Tod geöffnet haben.“ Von den rund 112 Millionen Einwohnern Mexikos gehören 87,6 Prozent zur römisch-katholischen Kirche. 7,4 Prozent der Bevölkerung sind evangelisch. Der Rest sind Anhänger anderer Religionen und Kulte.