01.02.2014
Deutschland: Evangelikale werden diffamiert
Scharfe Kritik an Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Dresden (idea) – Auf scharfe Kritik in Kirche und Politik ist ein Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen gestoßen, der sich mit der Rolle der evangelikalen Bewegung im Freistaat befasst. Die Autorin des Papiers mit dem Titel „Evangelikale in Sachsen“, Jennifer Stange (Leipzig), vertritt den Standpunkt, dass diese Christen zu viel Einfluss hätten und „nicht an der Kirchenpforte halt“ machten. Der sächsischen Landeskirche wirft Stange vor, eine Auseinandersetzung „mit fundamentalistischen Kräften“ zu scheuen. Diese „Beschwichtigungspolitik“ sei jedoch gescheitert. Dem widersprach der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (Dresden), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea scharf. Die Kirchenleitung verwahre sich „gegen alle Versuche der Polarisierung von außen wie von innen“. Bohl: „Von einem Scheitern dieser Strategie zu sprechen, zeugt von Unkenntnis der kirchlichen Situation, die pauschale Abwertung von Auffassungen, die sich auf die Bibel berufen, von überheblicher Anmaßung.“ In der sächsischen Landeskirche gebe es zu Fragen des Umgangs mit Homosexualität divergierende Meinungen. Die Kirchenleitung sei darum bemüht, dass die Gespräche in einem Klima des wechselseitigen Respekts geführt würden.
CDU-Abgeordneter Krauß: Evangelikale werden diffamiert
Auch der erzgebirgische CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Krauß (Schwarzenberg) kritisierte den Bericht scharf: „Treue Gemeindeglieder werden in eine rechtsradikale Ecke gestellt.“ Dabei seien es gerade evangelikale Christen, die gegen den Antisemitismus ankämpften. In der sächsischen Landeskirche als auch in den Freikirchen gehörten sie zu den engagiertesten Mitarbeitern. Viele soziale Initiativen gäbe es ohne ihr Wirken gar nicht. „Ich bin für jeden evangelikalen Christen dankbar, der sich gesellschaftlich engagiert“, erklärte Krauß. Auch konservative Christen hätten das Recht, sich zu gesellschaftspolitischen Fragen zu äußern – ob zur Familienpolitik, zur Abtreibung oder zur Homosexualität. Die Böll-Stiftung wolle offensichtlich jene mundtot machen, die keine „linksgrüne Meinung“ verträten.
EAK der CDU-Erzgebirge: Die Böll-Stiftung sollte sich entschuldigen
Nach Ansicht des Kreisvorsitzenden des Evangelischen Arbeitskreises der CDU (EAK) Erzgebirge, Hans Beck (Aue), werden insbesondere die evangelikalen Christen im Erzgebirge durch den Bericht diffamiert. Dabei dienten sie in Kirchgemeinden und weit darüber hinaus der Gesellschaft. Beck: „Ich bin ihnen für ihr Engagement sehr dankbar.“ Gerade das Erzgebirge wäre arm dran, wenn es diese engagierten Christen nicht gäbe. Es sei eine „Frechheit“, diese rechtschaffenen Menschen des Schulterschlusses mit Rechtsextremisten zu verdächtigen. Die Böll-Stiftung sollte sich für die Stellungnahme entschuldigen.