01.02.2014

Deutschland/Iran: Mahnwache wegen Freilassung Pastor Irani

Eindrücke von einer Mahnwache in Berlin

Deutschland/Iran: Mahnwache wegen Freilassung Pastor Irani

Eindrücke von einer Mahnwache in Berlin

 

(AKREF) Aufgerufen hat die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), um für Pastor Irani zu demonstrieren. In Berlin fand am 30. Januar 2014 eine Mahnwache vor der iranischen Botschaft mit dem Zweck eine Freilassung des seit Jahren inhaftierten iranischen Pastors Behnam Irani zu bewirken, statt. Über die willkürliche Inhaftierung hat AKREF schon mehrmals berichtet. Aufgrund seines Bekenntnisses zum christlichen Glauben wurde er im Iran inhaftiert.

Im Juli 2010 war Pastor Irani von idea und IGFM zum  "Gefangenen des Monats“ gewählt worden. Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Mehrmals ist er wegen Apostasie verhaftet worden. Seit 2011 sitzt Pastor Irani im berüchtigten Ghezel-Hesar-Gefängnis in der Provinz Alborz ein. Das Urteil lautet: sechs Jahre.

Berichten zu Folge wird er dort physisch und psychisch misshandelt. Die ersten Monate seiner Haftstrafe musste er in Einzelhaft verbringen. Er leidet unter großen gesundheitlichen Problemen, die im Gefängnis nicht entsprechend behandelt werden.

Da ich grade wegen einer Beratung der DEA  in Berlin war, konnte ich die Gelegenheit wahrnehmen und zu dieser Mahnwache gehen. Bei verharrschtem Schnee auf den Berliner Straßen und Minustemperaturen machten ich mich auf den Weg zur Podbielskiallee 67, wo die Islamische Botschaft Iran ihren Sitz hat.
Das Gebäude war leicht zu erkennen, da ca. 10 Polizeiautos vor der großen weißen Villa parkten. Nein, ich kam nicht zu spät, es war nichts passiert. Die Mahnwache war eine angemeldete und die Polizei war halt für alle Fälle präsent. Direkt vor dem Botschaftsgebäude durften wir nicht stehen. Die Veranstalter und erfahrenen Demonstranten waren sich dessen wohl bewusst. Ich schloss mich der Menschentraube an, und wir gingen gemeinsam auf die gegenüber liegende Straßenseite. Parkende Autos und eine Baumallee trennte uns vom Haupteingang. Wir von der Mahnwache, bestehend aus überwiegend jungen Leuten und zu 90 % dem Aussehen und der Sprache nach, Iraner, harrten der Dinge. Dann kamen zwei Mitarbeiter von der IGFM und brachten Plakate mit Iranis Bildnis zum Hochhalten, sowie einzelne Buchstaben, die zusammengesetzt FREE ergaben mit. Der Mitarbeiter von der IGFM hielt eine kurze Ansprache mit dem Hinweis, dass es keine neuen Nachrichten über Pastor Irani gebe. Eine Iranerin übersetzte für die Anwesenden ins Persische. Daraufhin rief ein Iraner etwas auf Persisch, dass wohl „FREIHEIT“  زادی heißen sollte. Sprechchöre mit deutschen und persischen Worten wurden immer wieder laut gerufen. Dann sprach ein Mann, etwa Mitte 50 mit wollener Pudelmütze zu den Anwesenden auf Deutsch. Als ich fragte, wer er sei, wurde mir berichtet, das sei Pastor Martens von einer Berliner Gemeinde, wo bereits über 300 Iraner hingehen und zum größten Teil dort auch getauft wurden. Drei seiner deutschen Gemeindeglieder waren ebenfalls anwesend, vielleicht auch mehr.

Dann verlas die Mitarbeiterin der IGFM ein Grußwort von Herrn Rudolf Henke, einem Politiker der CDU und sprach Grüße von zwei weiteren CDU/CSU Politikern aus, die es bedauerten nicht kommen zu können. Dann kam Patrick Schnieder, MdB CDU mit einer Kollegin. Er sprach zu uns klare Worte über die Forderung der bedingungslosen sofortigen Freilassung von Behnam Irani. Herr Schnieder würdigte Pastor Irani als einen mutigen Kämpfer: "Es ist bemerkenswert, dass Herr Behnam seinen christlichen Glauben trotz staatlicher Repressionen lebt" sagte er. Patrick Schnieders hat eine Patenschaft bei der IGFM für Pastor Irani übernommen und war von daher auch interessiert dieser ungerechten Gefangenschaft ein sofortiges Ende zu bereiten. Er nahm dann die Listen mit mehr als 4.000 Unterschriften zur Unterstützung des Pastors und ging mit der Mitarbeiterin der IGFM rüber zur iranischen Botschaft, um sie dort abzugeben, was auch glückte.

Wir, die inzwischen auf ca.50 Leute gestiegene Zahl standen weiter auf unserm Platz mit den Plakaten, hielten sie hoch und riefen kräftig: „ Freiheit für Irani“ auf Deutsch und Persisch. Nach 1 ½ Stunden bei eisiger Kälte ohne geringste Reaktion aus der weißen Villa wahrzunehmen, beendeten wir mit einem gemeinsam gesprochenen „Vaterunser“ die Mahnwache.

So friedlich wie dieses alles ablief, kann man nur hoffen, dass es etwas gebracht hat, dass der Druck durch das weltweite Engament der mitfühlenden Bürger weitergeht und nicht aufgehört wird  dafür zu beten bis die Nachricht eines Tages kommt, dass Behnam Irani f r e i ist.

Weitere Unterschriften werden weiter gesammelt unter:Onlinepetition für inhaftierten Konvertitenpastor Behnam Irani

MdB Patrick Schnierder, politischer Pate von Behnam Irani spricht bei der Mahnwache: 

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=LB8hMDhFsz0&list=UU-LQ2oyQDmVed_wqvfS-TtQ&feature=share

Pressemitteilung CDU Rheinland-Pfalz

Zur Erinnerung:
Mahnwache Hamburg: <link nachrichten einzelansicht article deutschlandiran-lichterkette-fuer-behnam-irani.html>www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/deutschlandiran-lichterkette-fuer-behnam-irani.html