10.02.2014

Iran: Ruhani zeigt Wohlwollen für Juden

Teheran (idea) - Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat dem jüdischen Krankenhaus in der Hauptstadt Teheran umgerechnet knapp 150.000 Euro gespendet.

Anlass ist der 35. Jahrestag der Islamischen Revolution am 12. Februar. Ruhanis Berater Hossein Fereidun überreichte das Geld schon vorab, wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete. Nach Fereiduns Angaben will Ruhani damit ein Zeichen gegen religiöse Diskriminierung in seinem Land setzen. In dem Krankenhaus werden auch Nichtjuden behandelt. Viele Mitarbeiter sind Muslime. Zwar ist auch Ruhani gegen eine Anerkennung des Staates Israel, aber er hat sich seit seinem Amtsantritt im August 2013 immer wieder von den anti-israelischen Äußerungen seines Vorgängers Mahmud Ahmadinedschad distanziert. Der hatte den Holocaust geleugnet und zur Auslöschung Israels aufgerufen.

Große jüdische Gemeinde

Der Iran hat mit 25.000 bis 28.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinschaft im Nahen Osten außerhalb Israels. Vor der Islamischen Revolution im Jahr 1979 lebten rund 100.000 Juden im Land. Ihre historischen Wurzeln sind über 2.700 Jahre alt. Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtet, haben die iranischen Juden 2008 eine Initiative Jerusalems als „unangebracht und politisch unreif“ zurückgewiesen, gegen Prämienzahlungen nach Israel auszuwandern. Wie es weiter heißt, habe die iranische Regierung die einheimischen Juden trotz Spannungen mit Israel nicht unter Druck gesetzt, um ihre politische Toleranz unter Beweis zu stellen.

Druck auf Christen hält an

Unterdessen hält Medienberichten zufolge der Druck gegen die christliche Minderheit in Land an. Über Weihnachten und Neujahr wurden sechs Christen festgenommen, die zuvor Muslime waren. Auch zahlreiche Pastoren sitzen hinter Gittern. Darunter ist Pastor Saeed Abedini, der sowohl die iranische wie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er verbüßt eine achtjährige Freiheitsstrafe, weil er Hauskirchen gegründet hat. Ferner hatte der Revolutionsgerichtshof von Teheran den schwerkranken armenischen Pfingstpastor Vruir Avanessian zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er war 2012 bei einer Weihnachtsfeier mit mehreren Christen verhaftet worden. Die Gesamtzahl der Konvertiten zum christlichen Glauben im Iran wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Von den insgesamt 76,4 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime.