28.02.2014
Ägypten: Kauder sieht gute Chancen für Stabilisierung
Fraktionschef führt Gespräche in Kairo – Papst der Kopten sieht Verbesserungen
Ägypten: Kauder sieht gute Chancen für Stabilisierung
Fraktionschef führt Gespräche in Kairo – Papst der Kopten sieht Verbesserungen
Berlin/Kairo (idea) – Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat bei seinen jüngsten Gesprächen in Ägypten den Eindruck gewonnen, „dass die Chancen für eine Stabilisierung recht gut sind“. Die große Mehrheit der Bevölkerung scheine sich nach Ruhe und Frieden zu sehnen, sagte der Politiker in einem Interview mit der in Würzburg erscheinenden Zeitung „Die Tagespost“. Nach seinen Worten wird die Lage auf Dauer aber nur stabil sein, wenn Ägypten wirtschaftlich wieder auf die Beine komme. Deutschland und Europa müssten den Ägyptern helfen, „in eine neue Zeit aufzubrechen“. Kauder sprach unter anderem mit dem neuen starken Mann Ägyptens, Armeechef Abdel Fattah al-Sisi. Er habe nicht den Eindruck, dass der Feldmarschall aus dem Land wieder eine Militärdiktatur machen wolle, so der Fraktionschef. Al-Sisi wisse, dass man die Revolution nicht rückgängig machen und an die Mubarak-Zeit anknüpfen könne. Kauder führte ferner ein Gespräch mit dem Papst der koptischen Kirche, Tawadros II. Das Kirchenoberhaupt sei sehr zuversichtlich gewesen: „Er sieht wirklich eine Änderung zum Besseren.“ Kauder zufolge atmen nicht nur die Kopten auf, sondern auch evangelische und katholische Christen.
Ägypten nicht mehr auf dem Weg zum Gottesstaat
Die neue Verfassung garantiere die Religionsfreiheit und hebe auch die Kirchen hervor. Ägypten sei damit nicht mehr auf dem Weg zu einem Gottesstaat. Man habe ihm berichtet, dass der Staat auf die Kopten zugehe, so Kauder. Nach seinen Worten müssen aber auch die Muslimbrüder in die Gesellschaft integriert werden: „Das wird dauern. Die Gräben sind noch tief. Eine geeinte Gesellschaft wäre aber nicht zuletzt für die Kopten ein enormer Gewinn.“ Die meisten der 83 Millionen Ägypter sind Muslime. Die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten bilden die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe.