13.01.2014

Brasilien: Pfingstpastor in seiner Gemeinde erschossen

Motive unklar: Bewaffnete Männer drangen in einen „Tempel“ ein

Brasilien: Pfingstpastor in seiner Gemeinde erschossen

Motive unklar: Bewaffnete Männer drangen in einen „Tempel“ ein

Belo Horizonte (idea) – In Brasilien ist ein Pfingstpastor in seiner Gemeinde erschossen worden. Am 10. Januar drangen zwei bewaffnete Männer in den „Tempel“ der „Universalkirche des Reiches Gottes“ in Belo Horizonte, etwa 700 Kilometer der Hauptstadt Brasilia, ein. Sie feuerten mehrere Schüsse auf den 34-jährigen Charles Vidal de Souza ab und entkamen danach unerkannt. Der Geistliche erlag wenig später in einem Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen. Wie die britische Rundfunkanstalt BBC weiter berichtet, ist das Motiv der Bluttat unbekannt. Es habe Spuren eines Kampfes gegeben, aber es sei nichts gestohlen worden. Die 1977 gegründete Universalkirche ist eine der größten Pfingstkirchen Brasiliens. Sie hat in dem südamerikanischen Land rund acht Millionen Mitglieder und weitere vier Millionen in Übersee, etwa in Afrika, Indien, den USA und Großbritannien. Sie predigt ein Gesundheits- und Wohlstandsevangelium und ist wegen ihres Finanzgebarens mehrfach in die Kritik geraten. Ihr gehören unter anderem ein Fernsehsender, mehrere Radiostationen und Tageszeitungen sowie ein Reiseunternehmen und eine Lufttaxigesellschaft.

Pfingstkirchen wachsen rasant

Im traditionell katholischen Brasilien haben protestantische Gemeinden, insbesondere Pfingstkirchen, in den vergangenen Jahrzehnten einen starken Aufschwung erlebt. Wie aus einer 2013 veröffentlichten Langzeitstudie des US-amerikanischen Forschungsinstituts Pew Forum (Washington) hervorgeht, sind zwar immer noch rund 123 Millionen der mehr als 192 Millionen Brasilianer katholisch, doch ihr Bevölkerungsanteil ist seit 1970 von 92 Prozent auf 65 Prozent gesunken. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Protestanten von fünf auf 22 Prozent, der Nichtreligiösen von ein auf acht Prozent und der Anhänger andere Religionen von zwei auf fünf Prozent. Der Volkszählung von 2010 zufolge leben in Brasilien etwa 42 Millionen Protestanten, zwölf Millionen Nichtreligiöse und zehn Millionen Anhänger anderer Religionen, etwa spiritistischer und afro-brasilianischer Bewegungen.