18.01.2014
China: Neue Erkenntnisse über die frühe Christenheit
Stammt das älteste archäologische Zeugnis aus dem 4. Jahrhundert?
China: Neue Erkenntnisse über die frühe Christenheit
Stammt das älteste archäologische Zeugnis aus dem 4. Jahrhundert?
Bangkok (idea) – In China hat das Christentum möglicherweise eine längere Tradition, als bisher angenommen wird. Das bislang älteste archäologische Zeugnis für die Existenz christlicher Gemeinden stammt aus dem Jahr 781. Die Inschrift auf einer Stele in der nordwestchinesischen Stadt Xian dokumentiert die Tätigkeit christlicher Missionare entlang der Seidenstraße, die Europa mit dem Fernen Osten verband. Älter könnte ein eingraviertes Kreuz über einer Felsnische in der Nähe der ostchinesischen Stadt Luoyang sein, das Wissenschaftler vor vier Jahren bei den Longmen-Grotten entdeckten. Nach Angaben des katholischen Pressedienstes Ucanews (Bangkok), der die Untersuchungsergebnisse Mitte Januar bekannt machte, wird der Fundort in die Zeit zwischen 316 und 907 datiert. Die Nische habe vermutlich als Aufbewahrungsort für Asche und Gebeine von Christen gedient. Die meisten Historiker sind der Ansicht, dass das Christentum China erst während der Tang-Dynastie (618-907) erreichte. Dabei handelte es sich um Anhänger des Patriarchen Nestorius von Konstantinopel (ca. 381-451). Er lehrte, dass Jesus Christus eine menschliche und eine göttliche Natur hatte, die unvermischt nebeneinander existierten. Auf dem Konzil von Ephesus im Jahr 431 wurde die Lehre als Ketzerei verurteilt. Die Nestorianer wurden exkommuniziert und im Römischen Reich verfolgt. Viele flohen entlang der Seidenstraße Richtung Osten. Seither gibt es im Reich der Mitte Kirchen. Auch die maoistische Kulturrevolution von 1966 bis 1976 konnte die Religion nicht auslöschen. Seither steigt die Zahl der Christen jährlich um mindestens eine Million. Heutige Schätzungen reichen von 40 bis 130 Millionen.