03.07.2014

Sudan: Staat lässt Kirche abreißen

Khartum (idea) – Im Sudan haben die Behörden eine Kirche abreißen lassen. Am 29. Juni störten Beamte den Sonntagsgottesdienst der „Church of Christ“ (Kirche Christi) im Norden der Hauptstadt Khartum. Sie schüchterten die rund 430 Besucher ein und teilten Pastor Kwa Shamal mit, dass die Kirche in 24 Stunden abgerissen werde. Seit dem Jahr 2012 plane der Staat den Bau eines Krankenhauses auf dem Grundstück. Dort befindet sich auch eine Moschee. Sie blieb jedoch unversehrt, teilte die Menschenrechtsorganisation Christliche Solidarität Weltweit mit. Die Kirchenmitglieder werden ihre Gottesdienste jetzt in Zelten feiern. Im radikal islamisch regierten Sudan gibt es nach Angaben der Auslandsbischöfin der EKD, Petra Bosse-Huber (Hannover), keine Rechtssicherheit für Christen. Kirchengebäude würden abgerissen, Grundstücke beschlagnahmt und Bibelschulen abgebrannt. Die Islamisierung schreite immer weiter voran, sagte sie im Deutschlandradio Kultur (Berlin). Bosse-Huber hatte mit einer EKD-Delegation vor kurzem den Sudan und den Südsudan besucht. In Gesprächen habe man auch das Schicksal der zum Tode verurteilten Christin Mariam Ishag angesprochen. Der 27-jährigen zweifachen Mutter drohte die Hinrichtung, weil sie sich weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören. Sie hat vorläufig Schutz in der US-amerikanischen Botschaft in Khartum gefunden.