15.06.2014

Österreich: ÖEA gegen Religionsvermischung

Wien: Stadtviertel mit einem „Campus der Religionen“ geplant Jede Religionsgemeinschaft soll ihre eigenen Räumlichkeiten bekommen

Österreich: ÖEA gegen Religionsvermischung

Wien: Stadtviertel mit einem „Campus der Religionen“ geplant

Jede Religionsgemeinschaft soll ihre eigenen Räumlichkeiten bekommen

Wien (idea) – Ein „Campus der Religionen“ soll in einem neuen Stadtviertel der österreichischen Hauptstadt Wien entstehen. Sieben Kilometer östlich des Zentrums wird die Seestadt Aspern für 25.000 Einwohner errichtet. Auf dem Campus sollen neben einer Kirche auch Sakralräume für andere Religionsgemeinschaften gebaut werden, darunter für Juden und Muslime. Das hat der Leiter des Bauamtes der (katholischen) Erzdiözese Wien, Harald Gnilsen, angekündigt. Auch evangelische und orthodoxe Christen sollen einbezogen werden. Laut Gnilsen soll jede Religionsgemeinschaft ihre eigenen Räumlichkeiten bekommen. Mit einer Umsetzung des Projekts sei frühestens in fünf Jahren zu rechnen, da die Fläche erst 2018/19 in das Bauprogramm aufgenommen werde. Die Seestadt Aspern gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten Europas.
Evangelische Allianz: Interreligiöse Begegnung – ja, gemeinsames Beten – nein
Der Generalsekretär der Österreichischen Evangelischen Allianz, Christoph Grötzinger (Bürmoos bei Salzburg), sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zu dem Vorhaben: „Verschiedene Religionen auf einem Gelände zu vereinen, scheint städteplanerisch sinn- und reizvoll zu sein.“ Man müsse aber abwarten, ob diese Planung von den künftigen Einwohnern auch angenommen werde. Zum Miteinander von Anhängern unterschiedlicher Religionen erklärte er: „Begegnung und Gespräche: ja – gemeinsames Beten und Lehren: nein.“ Deshalb sei das Konzept eines gemeinsamen Bet- und Lehrhauses – wie in Berlin geplant – abzulehnen.

(Red.AKREF: siehe Artikel  AKREF vom 4.6.12): http://www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit/nachrichten/einzelansicht/article/deutschland-dialog-der-religionen.html 

Es soll ab 2015 auf dem Petriplatz in Berlin-Mitte entstehen. Vorgesehen ist „ein Gotteshaus, das die drei monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum gemeinsam konzipieren, bauen, verantworten und betreiben, ohne ihre Identitäten zu vermischen“. Zu den Gründungsmitgliedern des Trägervereins gehören die Jüdische Gemeinde zu Berlin, das Forum für interkulturellen Dialog e.V. (als muslimischer Partner), der Evangelische Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte und die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien.