16.03.2014

ZAR: Religionskrieg tobt weiter

Christen und Muslime wollen einander auslöschen

ZAR: Religionskrieg tobt weiter

Christen und Muslime wollen einander auslöschen

Frankfurt am Main (idea) – Auf einen weitgehend unbeachteten Religionskrieg in Afrika macht die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung aufmerksam. In der Zentralafrikanischen Republik hätten Christen und Muslime nur noch ein Ziel: die jeweils andere Volksgruppe zu töten. Der Konflikt begann vor einem Jahr, als die radikal-islamische Seleka-Bewegung die Regierung des von Christen unterstützten Staatspräsidenten Francois Bozizé stürzte. Christen, die um ihr Leben fürchten, organisierten Bürgerwehren. Doch die sogenannten „Anti-Balaka-Milizen“ (Gegen die Macheten) seien längst nicht mehr reine Selbstverteidigungsgruppen. „Alle Muslime müssen weg“, zitiert die Zeitung einen Anführer. Die Milizen wollten das Land „muslim-frei“ machen. In der Kleinstadt Boda, rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangui, befänden sich noch 300 Muslime; mehr als 2.700 seien vor den Christen geflohen. Der katholische Pfarrer von Boda, der Italiener Adelino Brunelli, beklage einen Blutrausch, wie er ihn sich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht hätte vorstellen können. Der Geistliche habe sich zusammen mit einem islamischen Iman vergeblich um einen örtlichen Waffenstillstand bemüht. Nur die Anwesenheit einiger französischer Soldaten verhindere weitere Gemetzel. Die Zentralafrikanische Republik gehört trotz ihres Reichtums an Rohstoffen, besonders Diamanten, zu den ärmsten Staaten Afrikas. Die Lebenserwartung liegt unter 50 Jahren, die Kindersterblichkeitsrate beträgt mancherorts 25 Prozent. Katholiken und Protestanten stellen jeweils rund 25 Prozent der rund fünf Millionen Einwohner; 15 Prozent sind Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.