24.05.2014
Sudan: Wird Todesurteil aufgehoben?
Sudanesische Botschaft in Italien sieht dafür „vernünftige Möglichkeiten“
Sudan: Wird Todesurteil aufgehoben?
Sudanesische Botschaft in Italien sieht dafür „vernünftige Möglichkeiten“
Rom/Khartum (idea) – Für die im Sudan zum Tode verurteilte Christin Meriam Yahia Ibrahim besteht möglicherweise noch Hoffnung. Das Todesurteil gegen die 27-jährige, schwangere Sudanesin könnte „aufgehoben“ werden. Das berichtet Radio Vatikan unter Berufung auf ein Schreiben der sudanesischen Botschaft in Italien an das Außenministerium in Rom. Darin heißt es, man sehe dafür „vernünftige Möglichkeiten“. Das Todesurteil sei nur in erster Instanz gefällt worden; es stünden noch die Urteile „des Berufungsgerichts, des Obersten Gerichts und, falls nötig, auch des Verfassungsgerichts“ aus. Der Missionar Giancarlo Ramanzini, der mehr als 40 Jahre im Sudan gearbeitet hat, erklärte gegenüber Radio Vatikan, nach seinem Kenntnisstand werde der Prozess vor Gericht neu aufgerollt. Das habe vor allem mit der großen Aufmerksamkeit aus dem Ausland zu tun. Die Ärztin Meriam Yahia Ibrahim soll gehängt werden. Ihr werden Abfall vom Islam und Ehebruch vorgeworfen. Die Frau ist Tochter einer orthodoxen Christin aus Äthiopien und eines muslimischen Sudanesen. Ihr Vater verschwand, als sie sechs Jahre alt war. Im Jahr 2012 heiratete sie den christlichen Südsudanesen und US-Staatsbürger Daniel Wani. Doch nach islamischem Recht gehört die Frau als Tochter eines Muslims dem Islam an und gilt als nicht verheiratet, da eine Ehe zwischen einer Muslimin und einem Nicht-Muslim offiziell nicht anerkannt wird. Da sie bereits ein Kind zur Welt gebracht hat, wurde sie nun auch wegen des vermeintlichen Ehebruchs verurteilt. Nach der Entbindung im nächsten Monat soll die seit Februar inhaftierte Christin zunächst 100 Peitschenhiebe erhalten und dann hingerichtet werden.