01.06.2015
Syrien: Vergeltung für Gräueltaten
Ein Christ köpft einen IS-Kämpfer
London (idea) – Aus Rache für Gräueltaten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hat ein christlicher Kämpfer in Syrien einen IS-Gefangenen geköpft. Das berichtet das unabhängige Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte in London. Danach hat ein nicht namentlich genannter Christ, der dem Syrischen Militärrat angehört, am 28. Mai die Hinrichtung in dem Dorf Tal Shamiram in der Provinz al-Hasaka im Nordosten Syriens vorgenommen. Er habe den Mann zuerst gefangen genommen und ihn dann geköpft, als er herausgefunden habe, dass er zu IS gehörte. Er habe damit Vergeltung für die Gräueltaten üben wollen, die IS an der christlichen Minderheit begangen hat, so der Leiter des Beobachtungszentrums, Rami Abdel Rahman. IS hat nach Angaben der Menschenrechtsorganisation seit Juni vorigen Jahres insgesamt 2.618 Menschen hingerichtet, darunter 1.511 Zivilisten. Unter den Opfern waren 32 Frauen und 23 Kinder. Die Exekutionen wurden meist durch Köpfen, Steinigen oder Erschießen durchgeführt. IS hat auch 139 seiner eigenen Kämpfer wegen religiös ungebührlichen Verhaltens, des Verdachts der Spionage oder Fahnenflucht getötet. IS hat Zehntausende Christen, Jesiden und gemäßigte Muslime aus Teilen Syriens und des Irak vertrieben und ein „Kalifat“ ausgerufen, in dem das Religionsgesetz Scharia mit äußerster Brutalität durchgesetzt wird. Außerdem werden junge Frauen und Mädchen religiöser Minderheiten systematisch als Sex-Sklavinnen missbraucht.