04.08.2025

Deutschland: Berlin schiebt christlichen Afghanen nach Schweden ab

Der junge Mann hatte das Kirchenasyl verlassen und war auf die Straße gegangen

Berlin (IDEA) – Die Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz hat drei Afghanen Kirchenasyl gewährt. Nun wurde einer von ihnen festgenommen, als er das Gelände der zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehörenden Gemeinde verließ. Wie ihr Pfarrer Gottfried Martens im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ sagte, macht er der Polizei keinen Vorwurf: „Sie haben ihre Aufgabe getan. Natürlich war das eine unsägliche Dummheit von dem Jungen, da rauszugehen.“ Er mache sich Sorgen um den psychisch angeschlagenen 26-Jährigen, der „tief fromm“ sei. Die Gemeinde habe ihm darum nicht zu viel Angst machen wollen. Er habe aber gewusst, dass er nicht auf die Straße gehen dürfe. Warum der junge Mann trotzdem vor die Tür gegangen sei, wisse er nicht. Dort hätten Berliner Beamte in Zivil gewartet und zugegriffen: „Das habe ich so auch noch nicht erlebt.“ Er habe dem Afghanen noch Kleidung „in den Abschiebegewahrsam“ bringen können: „Dann ging es, soweit ich weiß, am nächsten Tag in die Abschiebehaft nach Glücksburg in Schleswig-Holstein, dann von dort unter Begleitung von zwei Beamten und eines Arztes mit dem Zug nach München und von dort mit dem Flieger nach Stockholm.“ Hintergrund: Um das Kirchenasyl der drei Männer hatte es Streit zwischen Hamburg und Berlin gegeben. In einem Brief hatte der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) den Berliner Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) aufgefordert, die Asylbewerber nach Hamburg zu überstellen. Von dort aus sollten sie nach Schweden abgeschoben werden, das für ihr Asylverfahren zuständig ist.

Fünfjährige Einreisesperre

Nun unterliege der Mann, so Martens, einer fünfjährigen Einreisesperre, ein erneutes Kirchenasyl sei nicht möglich. Schweden habe zwar 2024 und 2025 nicht nach Afghanistan abgeschoben, aber ob das so bleibe, sei unsicher. Der Afghane habe rund zehn Jahre in Schweden gelebt und sei dort auch Christ geworden. Er sei nach Deutschland geflohen, weil er in Schweden ein Dokument erhalten habe, dem zufolge er nach Afghanistan abgeschoben werden solle: „Dort droht ihm der Tod als Christ.“ Er mache sich Sorgen, dass der Mann sich etwas antun könnte. Zuvor hatte sich der Bischof der SELK, Hans-Jörg Voigt (Hannover), hinter Martens gestellt und seine Gemeinde gelobt: „Ich wünschte mir eine solche Glaubensfestigkeit und Verbindlichkeit für manche unserer Gemeinden.“