26.02.2026
Europa: EU-Bischöfe fordern einen Beauftragten gegen Christenhass
Das Europäische Parlament hatte sich kürzlich ebenfalls dafür ausgesprochen
Brüssel (IDEA) – Die katholischen Bischöfe Europas sprechen sich für die Ernennung eines Koordinators für die Bekämpfung von Christenhass aus. Eine entsprechende Empfehlung richtete die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) an die Kommission der Europäischen Union (EU). In diesem Zusammenhang begrüßte das Gremium auch eine entsprechende Resolution des EU-Parlaments Ende Januar. Darin kritisiert es das Fehlen eines solchen EU-Beauftragten und verwendet dabei den Begriff „Christianophobie“ (Christenfeindlichkeit). Das Christentum sei mit 380 Millionen Betroffenen die am meisten verfolgte Religion weltweit, heißt es. Zudem gebe es bereits einen Koordinator für die Bekämpfung der Islamfeindlichkeit. Die EU-Bischöfe empfehlen beim zukünftigen EU-Koordinator mit dem Begriff „antichristlichen Hass“ statt „Christianophobie“ zu arbeiten. Ihrer Ansicht nach soll sich der künftige Beauftragte mit konkreten Fällen von Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt gegen christliche Gemeinschaften in der EU befassen. Der Schutz von Gotteshäusern müsse zwingend zu dessen Aufgabenbereich gehören, betonten die Geistlichen. Die COMECE hatte sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach für die Ernennung eines solchen EU-Koordinators ausgesprochen.
EKD-Vertretung in Brüssel: Besonderes Interesse an Beauftragtem für Religionsfreiheit
Verständnis für die jüngste Forderung der katholischen Bischöfe zeigte die Leiterin des Brüsseler Büros der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Oberkirchenrätin Katrin Hatzinger. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA verwies sie darauf, dass das Thema für zahlreiche katholische Bischofskonferenzen in der EU von besonderer Bedeutung sei. „Für uns ist aktuell die anstehende Neubesetzung des Postens des EU-Sonderbeauftragten für die Religionsfreiheit außerhalb der EU von besonderem Interesse“, so Hatzinger. Die 2016 geschaffene Position des EU-Sonderbeauftragten für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der EU ist seit mehr als einem Jahr unbesetzt. Zuletzt hatte der belgische Diplomat Franciskus Van Daele das Amt von Dezember 2022 bis Dezember 2024 inne.
OIDAC-Leiterin: Resolution Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen
Die Leiterin der „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa“ (OIDAC), Anja Tang (Wien), unterstützt indes ebenfalls die Einsetzung eines solchen Koordinators gegen Christenhass. Wie sie gegenüber IDEA erklärte, ist diese Forderung bereits Mittelpunkt der Präsentation des OIDAC-Jahresberichts im EU-Parlament im November 2025 gewesen. Tang verwies auf die über 2.000 christenfeindlichen Straftaten in Europa, die ihre Organisation allein für das Jahr 2024 dokumentiert hatte. Zudem würden zunehmend antichristliche Vorurteile verbreitet und Christen am Arbeitsplatz oder bei der Teilnahme am öffentlichen Leben diskriminiert, beobachtet sie. Diese Entwicklungen erforderten dringend ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene – insbesondere durch die Einsetzung eines EU-Koordinators, der die bestehenden Mandate zur Bekämpfung von Antisemitismus und antimuslimischem Hass sinnvoll ergänzt. „Ich begrüße daher ausdrücklich die jüngste Resolution des Europäischen Parlaments, die das Ergebnis zahlreicher gemeinsamer Anstrengungen ist“, so Tang.