09.01.2026
Österreich: Christen empört: „Gotteslästerliche“ Werke in Wiener Ausstellung
Künstlerhaus zeigt unter anderem gekreuzigten Frosch und Maria als Transfrau
Wien (IDEA) – Für eine heftige Kontroverse sorgt eine Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ im Wiener Künstlerhaus. Sie ist noch bis zum 8. Februar geöffnet. Im Zentrum stehen laut Künstlerhaus Werke, „deren Schöpfer*innen sich mit kritischem, aber auch liebevollem, mit humorvollem, aber auch feministischem Blick der christlichen Ikonographie annähern und neue Sichtweisen auf über Jahrhunderte tradierte Bildmotive ermöglichen“. Kritiker erheben den Vorwurf, dass die Ausstellung zum Teil gotteslästerliche Kunst zeige. Zu sehen sind unter anderem Maria als Transfrau, ein gekreuzigter Frosch und ein Wolf mit gefletschten Zähnen im Priestergewand. Scharfe Kritik an der Schau übt unter anderem die Meldestelle „Christenschutz.at“ (Wien). Sie sieht es als ihre Aufgabe an, christenfeindliche Vorfälle zu dokumentieren und eine breitere Öffentlichkeit darüber zu informieren. Die Meldestelle forderte das Künstlerhaus auf, einige der ausgestellten Werke zu entfernen. Der Leiter der Meldestelle, Jan Ledóchowski, erklärte zu der Schau: „Hier werden zentrale Symbole unseres Glaubens gezielt herabgewürdigt. Bestimmte Darstellungen wären im Kontext des Islam oder Judentums nicht denkbar. Warum ist gerade das Christentum Freiwild für Obszönitäten?“
Flüchtlinge nach Ausstellungsbesuch entsetzt
Ledóchowski besuchte die Ausstellung gemeinsam mit einer Gruppe christlicher Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran und Ägypten. Sie sind nach seinen Angaben entsetzt gewesen und hätten die Exponate als „tiefe Verletzung und Retraumatisierung“ erlebt. Ledóchowski weiter: „Wir hier im sicheren Österreich ärgern uns über solche Provokationen, aber wir haben nie wirklich ‚aufs Blut‘ für unseren Glauben gelitten. Viele Menschen hingegen sehen hier jenes Kreuz geschändet, für das sie gefoltert wurden oder fliehen mussten.“ Die „Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum“ (Wien) fordert in einer Online-Petition „Kein Platz für Gotteslästerung in Österreich!“ die umgehende Schließung der Ausstellung. Sie sei „eine Verhöhnung und Verspottung des christlichen Glaubens“. Eine vorzeitige Schließung lehnte das Künstlerhaus jedoch ab. Die Schau stehe „für einen differenzierten Blick“ und „das Bestreben, einen Dialog von zeitgenössischer Kunst und Religion zu fördern“, heißt es in einer Stellungnahme.