06.06.2026

Russland: Pastor als Terrorist eingestuft

ICC-Nachrichten & Berichte - Seit dem 28. Mai wird der 74-jährige Baptistenpastor Yuri Sipko vom russischen Bundesamt für Finanzüberwachung (Rosfinmonitoring) als Terrorist und Extremist eingestuft.

Auf der Website heißt es: „SIPKO, Juri Kirillowitsch, geboren am 28. Februar 1952 in Tara, Oblast Omsk, Russland.“

Sipko, ehemaliger Vorsitzender der Union evangelischer Baptisten in Russland, ist dafür bekannt, sich in den sozialen Medien gegen den Krieg in der Ukraine auszusprechen. Der Untersuchungsausschuss der Russischen Föderation leitete im August 2023 ein Strafverfahren gegen ihn ein und behauptete, er verbreite falsche Informationen über militärische Aktionen.

Während der Ermittlungen wurde Sipkos Wohnung durchsucht, doch es gelang ihm zu fliehen.

„Sie suchen nach mir, um mich ins Gefängnis zu stecken, weil ich die Wahrheit gesagt habe, dass Russland Krieg gegen die Ukraine geführt hat“, sagte Sipko damals. „Menschen sterben, und alles wird zerstört. Das ist kriminell, und sie sollten das nicht tun.“

Rolf Zeeger, Analyst bei World Watch Research, kommentierte die Situation im Jahr 2023 und wies auf den zunehmenden Druck hin, den die Regierung auf Christen ausübt.

„Obwohl Sipko laut unbestätigten Berichten Russland inzwischen verlassen hat, bleibt sein Fall ein Beispiel dafür, wie vorsichtig Christen in Russland mit dem sein müssen, was sie sagen und tun“, sagte Zeeger. „Kritische Äußerungen oder das Hinterfragen der ‚Sonderaktion‘ (d. h. des Krieges in der Ukraine) können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.“

Rosfinmonitoring ist für die Finanzaufsicht in Russland zuständig und „verantwortlich für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“. Aufgrund seines Status als Terrorist sind Sipko Finanztransaktionen sowie die Ausreise aus dem Land untersagt.

In einem Interview sagte Sipko, er glaube, dass die Vorwürfe gegen ihn politisch motiviert seien, und drückte allen seine Dankbarkeit aus, die ihm in seinem Kampf für Gerechtigkeit zur Seite gestanden haben.

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org