08.06.2026

Nigeria: Vier Todesurteile nach Anschlag auf katholische Kirche

Bei dem Massaker an Pfingsten 2022 wurden 41 Gottesdienstbesucher getötet

Abuja (IDEA) – Mehr als drei Jahre nach dem Anschlag auf die katholische Kirche St. Francis im südwestnigerianischen Owo hat ein Bundesgericht in der Landeshauptstadt Abuja vier Männer zum Tode verurteilt. Dies berichtete die britische Rundfunkanstalt BBC. Bei dem Angriff am Pfingstsonntag 2022 waren demnach 41 Gottesdienstbesucher getötet und über 100 weitere verletzt worden. Insgesamt sah das Gericht neun Anklagepunkte als erwiesen an, darunter die Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung sowie die Planung und Ausführung der Tötungen. Ein fünfter Angeklagter sei mangels Beweisen freigesprochen worden. Ihm hatte die Anklage vorgeworfen, den Anschlag mit umgerechnet rund 1.000 Euro mitfinanziert zu haben. Der zuständige Staatsanwalt betonte, die Gottesdienstbesucher seien „kaltblütig“ ermordet worden. Nun sei ihnen „Gerechtigkeit widerfahren“. Die Verteidigung kündigte an, in Berufung zu gehen. Während des Prozesses hätten die Angeklagten erklärt, sie seien gefoltert worden. Laut BBC hat es Hinrichtungen in dem Land seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben. Für deren Vollstreckung sei die Zustimmung des Präsidenten erforderlich. In den Jahren nach dem Anschlag war es zu zahlreichen weiteren Angriffen auf Kirchen in Nigeria gekommen. Die nigerianische Regierung weist aber den Vorwurf zurück, Christen würden im Land verfolgt. Nigeria hat mehr als 230 Millionen Einwohner. Jeweils rund 46 Prozent sind Christen oder Muslime.