11.06.2026
Iran: Rachel zu Mohammadi - Schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Beauftragter für Religionsfreiheit: Iran soll Aufenthaltsort offenlegen
Berlin (IDEA) – Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, hat die iranischen Behörden aufgefordert, Informationen über den Aufenthaltsort und Gesundheitszustand der Menschenrechtsaktivistin Mary Mohammadi unverzüglich offenzulegen. Ein erzwungenes Verschwindenlassen stelle ein „schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ dar, erklärte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Die 27-jährige iranische Bürgerrechtlerin und christliche Konvertitin war nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Ende Februar in ihrem Heimatland verschleppt worden. Zuvor sei sie freiwillig aus ihrem US-Exil in den Iran zurückgekehrt. Laut Amnesty International wurde sie zunächst in einer Hafteinrichtung des Geheimdienstministeriums in Ahvaz festgehalten und am 2. April an einen unbekannten Ort verlegt.
„Kein Einzelfall“
Das Schicksal von Mohammadi sei kein Einzelfall, sondern stehe „für viele weitere Iranerinnen und Iraner, die mutmaßlich vom iranischen Regime festgehalten und unter Folter oder anderen Misshandlungen zu falschen Geständnissen gebracht werden“, so Rachel. Die internationale Gemeinschaft müsse diesen Fall und weitere ähnliche Fälle mit aller Entschlossenheit verfolgen. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors leben im Iran rund 800.000 Christen. Etwa 98 Prozent der über 90 Millionen Einwohner sind Muslime, der Großteil von ihnen gehört dem schiitischen Zweig des Islam an.