22.06.2026

Kanada: DFB-Präsident stellt sich hinter Nmechas Glaubensbekenntnis

Der Nationalspieler steht für „christliche Werte“

Toronto (IDEA) – Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, hat sich hinter Nationalspieler Felix Nmecha und dessen öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben gestellt. Ein solches Bekenntnis sei „in einer säkularisierten Welt für einige Menschen vielleicht ungewöhnlich“, sagte Neuendorf dem Fernsehsender RTL (Köln). Die Intention halte er dennoch für positiv: „Dass man über den Fußball hinaus für Menschlichkeit und Respekt steht. Das nehme ich ihm 100-prozentig ab. Er ist ein, glaube ich, sehr sensibler Mensch und steht für diese christlichen Werte.“

Geteiltes Medienecho nach Gebet und Bekenntnis

Nach dem deutschen Auftaktspiel der Fußball-WM am 14. Juni hatten sich Spieler von Deutschland und Curaçao am Mittelkreis zu einem gemeinsamen Gebet versammelt. Neben Nmecha stand auch Verteidiger Jonathan Tah (Bayern München) im Gebetskreis. Nmecha sagte anschließend im ARD-Interview: „Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder.“ In den Medien stieß das Bekenntnis auf ein geteiltes Echo. Während einige Kommentatoren die Aktion lobten, kritisierten andere das Auftreten als missionarisch. Zur Debatte standen zudem frühere Äußerungen Nmechas, der sich unter anderem mehrfach kritisch zur LGBTQ+-Bewegung geäußert hatte. Daraufhin waren Homophobie-Vorwürfe laut geworden. Man habe die Debatte damals intern verfolgt und Nmechas Sichtweise angehört, sagte Neuendorf. Der Spieler habe sich von den Vorwürfen „klar distanziert“.

Erneute Gebete

Zu erneuten Gebeten kam es nach dem 2:1-Sieg der deutschen Elf gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto. Nmecha und Tah beteten auf dem Spielfeld. Die Szene wurde gefilmt und unter anderem auf dem Instagram-Kanal des christlichen Netzwerks „Fussball mit Vision“ verbreitet. Tah hatte zuvor im Gespräch mit dem Sender „MagentaTV“ geäußert, solche Aktionen fortführen zu wollen. Es gehe um „Liebe, Nächstenliebe, Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen“, sagte der Nationalspieler. Auch im anderen Spiel der deutschen Gruppe kam es zum Gebet auf dem Feld: Nach dem 0:0 zwischen Ecuador und Curaçao bildeten Spieler beider Mannschaften einen Gebetskreis auf dem Platz. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet noch bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt.