26.05.2026
Deutschland: Christen dürfen nicht schweigen
Räsänen in Lemgo: Die finnische Politikerin sprach auf der Pfingstkonferenz des BeF
Lemgo (IDEA) – Die finnische Parlamentsabgeordnete Päivi Räsänen hat Christen dazu aufgerufen, sich in der Öffentlichkeit auch zu unbequemen biblischen Lehren zu bekennen. Sie äußerte sich am Pfingstmontag (25. Mai) vor 3.600 Besuchern auf der Pfingstkonferenz des Bundes evangelischer Freikirchen (BeF) in Lemgo. Zum Hintergrund: Der Oberste Gerichtshof Finnlands hatte Räsänen und den lutherischen Bischof Juhana Pohjola am 26. März wegen „Hassrede“ zu Geldstrafen verurteilt. Grund war eine 2004 erschienene Kirchenbroschüre, in der Räsänen praktizierte Homosexualität aus biblischer Sicht als Sünde bezeichnete. Das Gericht stützte sein Urteil auf einzelne Sätze in der Broschüre, in denen Homosexualität als „Störung“ bezeichnet wurde. Diese Aussage stellte nach Ansicht der Richter eine Beleidigung für Homosexuelle dar. Der religiöse Kontext in der Broschüre habe die beleidigende Wirkung verstärkt. In ihrem Vortrag in Lemgo betonte Räsänen: „Je mehr Christen über die biblischen Lehren, auch zu den schmerzhaften Themen unserer Zeit, schweigen, desto größer wird die Ablehnung.“ Die frühen Christen hätten ihren Glauben auch im Angesicht des Todes nicht aufgegeben. „Warum sollten wir es wegen der Herausforderungen unserer Zeit tun?“ Sie selbst habe 2019 die Unterstützung der lutherischen Kirche Finnlands zu einer LGBTQ-Parade kritisiert. Die Kirche habe damit ihrem eigenen Bekenntnis widersprochen. Darin liege die Gefahr, das Vertrauen der Menschen in Gottes Wort zu untergraben. „Bald geht es dann nicht mehr nur um Ehe und Geschlecht, sondern um Erlösung und das ewige Leben“, so Räsänen. Jeder Mensch, auch die Mitglieder der LGBTQ-Bewegung, habe das Recht, die ganze Wahrheit über Gottes Wort zu hören.
Tausende ermutigende Nachrichten
Weiter sagte Räsänen, sie selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht vergeblich sei, das Wort Gottes in der Öffentlichkeit zu verteidigen. „Es ist erstaunlich, wie Gott Böses in Gutes verwandeln kann.“ Sie habe während des langen Gerichtsprozesses Tausende ermutigende Nachrichten von Christen aus aller Welt erhalten, die sich durch ihre Standhaftigkeit gestärkt fühlten. „Ich habe hundertmal mehr Freude und Güte erlebt als Angst und Depression.“
Aufruf zur Mission
Auch der Bremer Pastor Olaf Latzel äußerte sich bei der Veranstaltung. In seiner Predigt über die alttestamentliche Geschichte von David und Goliath (1. Samuel 17) sagte er, die Christen in Deutschland stünden vor einer gewaltigen missionarischen Herausforderung. Er rief Gemeinden auf, leerstehende Kirchen zu kaufen und sie als Keimzellen für den Aufbau neuer Gemeinden zu nutzen. Weiter hob der Geistliche hervor, Christen müssten sich vor den Herausforderungen der heutigen Zeit nicht fürchten. „Gott ist nicht an die Zeit gebunden, sondern ewig.“ Er empfahl, sich bei Rückschlägen an frühere Situationen zu erinnern, in denen Gott sie gesegnet und ihnen aus Schwierigkeiten herausgeholfen habe.