Ein Stück rostiger Metallstange, umwickelt mit Stacheldraht. Die Aufnahme ist in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt die raue Textur des Metalls und des Drahts. (Text KI generiert)

Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen

Im November weltweit gemeinsam für Verfolgte beten

Wir laden alle christlichen Gemeinden ein, jedes Jahr im November einen Gottesdienst im Gedenken an unsere verfolgten Mitchristen und im Gebet für weltweite Religionsfreiheit zu gestalten.

Täglich liefern uns die Medien unzählige leidvolle Nachrichten. Angesichts dieser bedrückenden Informationsflut ist es berechtigt zu fragen, warum wir uns auch noch dem Leid von verfolgten Christen aussetzen sollten? Die Antwort ergibt sich unter anderem aus Johannes 16, 33: Weil wir als Christen herausgefordert sind, nicht bei der Gleichgültigkeit stehen zu bleiben. Weil wir im Vertrauen darauf, dass Christus diese Welt überwunden hat, Mut fassen können, um hinzusehen und um uns einzusetzen. Dies gilt ganz besonders im Hinblick auf Christen, die weltweit Opfer von Gewalt und Diskriminierung werden und die kaum Fürsprecher haben.

Der Gebetstag für verfolgte Christen ist dabei ein wichtiger Anlass. Zum einen erinnert er uns daran, für bedrängte und verfolgte Glaubensgeschwister zu beten. Das Gebet ist und bleibt die wichtigste Tat, die wir tun können. Gottes Möglichkeiten beginnen ja gerade dort, wo wir Menschen an unsere Grenze stoßen. Zum anderen verschaffen wir der Not Öffentlichkeit, etwa durch Gottesdienste. Dies ist ebenfalls sehr wichtig. Indem wir die Situationen von Opfern religiöser Diskriminierung und Gewalt in der Öffentlichkeit thematisieren, geben wir ihnen eine Stimme, die immer lauter wird, bis sie nicht mehr ignoriert werden kann. Herzlichen Dank an alle, die in diesem Jahr mithelfen, den Verfolgten eine Stimme zu geben.

 

  • Am weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen werden wieder Christen und Gemeinden aus über 100 Ländern auf allen Kontinenten teilnehmen. Es ist ein wichtiger Dienst der Christen in Ländern mit Religionsfreiheit, für die verfolgten Christen im Gebet einzustehen. Auch in Ländern und Gebieten, wo die Bedrängnis groß ist, wird gebetet werden. Der Leib Jesus Christi wird eins im Gebet! Wenn in Ihrer Gemeinde kein Gottesdienst dem Gebet für die verfolgten Christen gewidmet wird, empfehlen wir, andere Gemeindeveranstaltungen im Lauf der Woche diesem wichtigen Thema zu widmen. Einige Gemeinden stellen sogar alle Veranstaltungen einer Woche, also etwa Jugendkreise, Hauskreise und Bibelstunden, unter dieses Thema. Leider wird in vielen Ländern keine Religionsfreiheit gewährt. Christen werden benachteiligt, bedrängt, verfolgt.
    Wir stellen eine biblische Besinnung und Informationen zu drei Ländern zur Verfügung. Für weitere Informationen zur Situation verfolgter Christen wird im Herbst das neue Jahrbuch Christenverfolgung und das Jahrbuch Religionsfreiheit erscheinen. Auf unserer Seite stehen viele weitere Materialien und Gebetsanliegen zur Verfügung. Nutzen Sie unsere großen Ressourcen, um sich über verfolgte Christen weltweit zu informieren. Sprechen Sie auch Missionswerke und Menschenrechtsorganisationen an, zu denen Sie Kontakt haben, um an weitere Informationen zu Bedrängnis und Verfolgung zu gelangen.

  • Wir wollen für unsere Geschwister in Bedrängnis nicht nur beten. Wir wollen auch Anteil nehmen an ihren Leiden, wie es Paulus schon formuliert hat: "Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit" (1. Korinther 12,26). Und wir können viel von den verfolgten Christen lernen. Sie sind uns in einigen Entwicklungen schlichtweg schon voraus. Auch in Europa wird der Druck auf die Christen weiter zunehmen. Es geschieht bislang nur schleichend, aber im Zeichen des staatlichen Kampfes gegen den islamistischen Terror werden auch andere Menschen, die ihren Glauben praktizieren, in ihren Rechten zunehmend beschnitten. Wir können von unseren Geschwistern im Leiden lernen, die trotz Bedrängnis treu bleiben, sich dennoch mutig öffentlich bekennen und umso mehr die Gemeinschaft mit anderen Christen suchen. Wo dies so praktiziert wird, wachsen die Gemeinden erstaunlicherweise, obwohl es von außen so viel Druck gibt. Wir könnten schon heute, wo wir noch in einem Land mit Religionsfreiheit leben, von ihnen lernen und uns darin üben, Jesus treu zu bleiben, unseren Glauben mutig öffentlich zu bekennen und verstärkt die Gemeinschaft zu praktizieren, die uns im Glauben stärkt.

  • Es ist ein interessantes Phänomen, dass dieses lange Zeit totgeschwiegene Unrecht verstärkt von deutschen Politikern öffentlich benannt wird. Sogar bei Staatsbesuchen kam es bereits dazu, dass ein deutliches Interesse am Umgang mit Menschenrechten und Minderheiten signalisiert wurde. Politikerinnen und Politiker schweigen nicht länger zur Unterdrückung von Christen in einigen Ländern, die politisch und wirtschaftlich mit der Bundesrepublik zusammenarbeiten wollen. Deutsche Botschafter in Ländern mit Christenverfolgung erheben durch eigene Untersuchungen Daten zur Situation von Minderheitenreligionen und dem Umgang mit Menschenrechten. Dies ist sehr ermutigend. Deshalb wollen wir am Gebetstag auch unserer Politiker gedenken. Zudem können wir alle mit den neugewählten Bundestagsabgeordneten unseres Wohnorts Kontakt aufnehmen und ihnen die Dringlichkeit dieses Themas vor Augen führen.

  • Vor einiger Zeit erschien ein interessanter Artikel in einem politischen Magazin. Darin wurde kritisch gefragt, warum Übergriffe gegen Christen im Nahen Osten und anderen Regionen der Welt im Westen keinen Aufschrei und Solidaritätskundgebungen auslösen. Die traurige Wahrheit sei, dass es eben nur Christen seien, die da zu leiden hätten. Wenn überhaupt in den Medien davon berichtet werde, komme es ganz schnell zu Aufrufen religiöser Toleranz, aber äußerst selten zu einem wirklichen Protest oder klarem Signal gegen die Christenverfolger. Drei Gründe werden in dem Artikel benannt, warum dies so sei: Erstens wirke für die westliche Welt mit nur noch rudimentärem Christentum jede Form von praktiziertem und ernstgenommenen Glauben suspekt und unvernünftig. Zweitens fühlten sich Menschen des Westens schuldig, durch die Kolonialpolitik des 19. Jahrhunderts viel falsch gemacht zu haben, was sich nun im 21. Jahrhundert auch in Verfolgung der Christen durch die dort ursprünglichen Religionen niederschlage – selbst wenn die Christen bereits vor den Muslimen existierten. Drittens habe man schlicht Angst, die meist muslimischen Christenverfolger als solche zu benennen, weil ja auch im Westen mittlerweile viele Muslime wohnen, die man nicht verärgern wolle. Der Artikel schließt mit der klaren Ansage: "Da ist Leisetreterei aus Angst, aus einem Schuldkomplex, aus religiöser Vergesslichkeit die allerschlechteste Reaktion. Das Böse verschwindet nicht, wenn man ein Tuch darüber legt. Gefragt sind Klarheit, Wahrheit, Bekennermut."

Mit herzlichem Dank für das gemeinsame Beten grüßt Sie im Namen des Arbeitskreises Religionsfreiheit, Menschenrechte, verfolgte Christen

Dr. Ekkehard Graf

Geschichte des Arbeitskreis (AKREF) und des Gebetstages:

  • Der jährliche Weltweite Gebetstag für die verfolgte Christen im November ist ein jährliches Aufrufezeichen für die Notwendigkeit der Fürbitte für die verfolgten Christen. Seit vielen Jahren wurde in Deutschland am Sonntag Reminiscere der verfolgten Christen gedacht. Eine besondere Initiative dazu gab es von Kirchen oder christlichen Initiativen nicht, außer Pressemeldungen, die nach unserer Übersicht nur im damaligen „Informationsdienst der Evangelischen Allianz“ (idea – heute Evangelischer Nachrichtendienst idea) Niederschlag fanden. Auch hat idea über Verfolgungssituationen berichtet und früh mit einem „Gefangenen des Monats“ ständig daran erinnert. Weil der Einsatz für die Religionsfreiheit auch schon in der Frühgeschichte der Evangelischen Allianz im 19. Jahrhundert eine große Rolle gespielt hat, hat die Deutsche Evangelische Allianz anlässlich des 150jährigen Jubiläums im Jahr 1996 dazu genutzt, erstmals ein Gebetsheft für die Gemeinde bzw. eine Arbeitshilfe für den Gebetssonntag für verfolgte Christen herauszubringen. Durch unsere internationalen Vernetzungen wurde die Initiative auch auf Weltebene übernommen und wird inzwischen von der Weltweiten Evangelischen Allianz befördert international Mitte November (im Regelfall am 2. Novembersonntag) begangen. Die Internationale Kommission für Religionsfreiheit informiert inzwischen regelmäßig ca. 2.300 Parlamentarier in aller Welt mit recherchierten Hintergrundberichten über aktuelle Fälle von Christenverfolgung und Zerstörung der Religionsfreiheit. Außerdem gibt es einen regelmäßig versandten weltweiten Email-Gebetsinformationsdienst. Die Deutsche Evangelische Allianz versendet zweiwöchentlich für jeden Tag ein Gebetsanliegen aus diesem Bereich.

    Um die Arbeit auch während des Jahres zu verstärken, hat der Hauptvorstand im Jahr 2000 die Einrichtung eines „Arbeitskreises Religionsfreiheit – Menschenrechte – Einsatz für verfolgte Christen“ eingerichtet und als Mitglieder Pastoren, Menschenrechtler und Politiker berufen.

    Kernstück bleibt das Gebet.

    Das Vorbereitungsheft für den jährlichen Gebetssonntag am zweiten Sonntag im November wird allen Gemeinden und Christen zur Verfügung gestellt. Wir bitten christliche Gemeinden an diesem Sonntag einen Gottesdienst zu diesem Thema durchzuführen. Daneben stellen wir regelmäßig die wichtigsten Ereignisse und Gebetsanliegen in deutscher Sprache per e-mail einem wachsenden Kreis von Betern zur Verfügung. Daneben stehen Veröffentlichungen, Teilnahme an Konferenzen und Hearings und die Information von Entscheidungsträgern auf dem Programm. Dabei will der Arbeitskreis nicht die verdienstvolle Arbeit von Menschenrechtsorganisationen und für verfolgte Christen arbeitende Missionswerke ersetzen (z. B. Hilfsaktion Märtyrerkirche, Open Doors,  Christian Solidarity International, Hoffnungszeichen, Aktionskomitee für verfolgte Christen, Gebende Hände u.a.), sondern Christen mobilisieren, die diese alleine nicht erreichen können, sowie den Einfluss einsetzen, den Christen nur haben können, wenn sie gemeinsam und geschlossen auftreten.