07.08.2026
Großbritannien: Schottische Missionarin in Athen tot aufgefunden
Afghanischer Konvertit unter Mordverdacht festgenommen
Athen/Edinburgh (IDEA) – In Griechenland ist eine evangelikale Missionarin aus Schottland tot aufgefunden worden. Das berichten unterschiedliche Medien. Bei der Frau handelt es sich um die 38-jährige Elisabeth Jane Ross, von Freunden und Verwandten auch Lisa genannt. Ihre Leiche wurde am 18. Juli in einem Koffer in einem verlassenen Gebäude im Athener Stadtteil Kypseli entdeckt. Ross lebte in Edinburgh und reiste der britischen Nachrichtenplattform „Premier Christian News“ zufolge regelmäßig nach Griechenland, um Flüchtlingszentren und misshandelte Frauen zu unterstützen. Sie sei am 26. Juni in Griechenland eingetroffen und habe sich zunächst im Gebiet Keratsini nahe Athen aufgehalten. Freunden habe sie mitgeteilt, dass sie amerikanische Bekannte treffen wolle; danach sei sie verschwunden. Die Polizei versuche, die Personen zu identifizieren, mit denen sie verabredet war.
Tatverdächtiger bestreitet die Tötung
Als Tatverdächtiger wurde der 26-jährige afghanische Boxer Sharif Ahmadzai festgenommen. Medienberichten zufolge hatte er zugegeben, Ross’ Leiche weggebracht und beseitigt zu haben. Er bestreitet jedoch, sie getötet zu haben. Er behauptet, er habe sie tot in ihrem Badezimmer aufgefunden. Ihm wird außerdem vorgeworfen, mit ihrer Bankkarte mehrere Tausend Euro abgehoben und von ihrem Handy aus Nachrichten verschickt zu haben, um ihre Freunde und Familie davon zu überzeugen, dass sie noch am Leben sei.
Vom afghanischen Waisen zum Konvertiten in Griechenland
Ahmadzai soll mit 15 Jahren Waise geworden sein, nachdem sein Vater, ein Kommandeur der afghanischen Armee, erschossen und seine Mutter sowie seine Geschwister bei einem Selbstmordanschlag in Kabul getötet worden waren. Später sei er über den Iran und die Türkei aus Afghanistan geflohen und habe sich in Griechenland niedergelassen. Dort lernte er seine spätere Ehefrau – eine US-Amerikanerin – kennen und soll 2017 zum Christentum übergetreten sein. Als Boxer errang er nach Angaben der BBC mehrere Titel und trat unter anderem bei internationalen Wettkämpfen an. Mit seiner Frau habe er zudem das Hilfswerk „Love Every Nation Athens“ gegründet, um anderen Flüchtlingen zu helfen. Der Präsident der Polizeigewerkschaft von Südostattika, George Kalliakmanis, erklärte gegenüber der BBC, es sei möglich, dass sich Ross und Ahmadzai durch ihre Arbeit kennengelernt hätten.
Pastor: „Ihr Leben drehte sich um Mission“
Der Pastor der Freikirche „City on a Hill“ in Edinburgh, Peter Anderson, würdigte Ross als langjähriges Gemeindemitglied. Sie sei seit 20 Jahren Teil der Kirche gewesen, sagte er in einer Videobotschaft: „Sie war ein sehr, sehr wertvolles Mädchen.“ Ihr Tod sei „ein wirklich tragischer Verlust“. Anderson betonte: „Lisas Leben drehte sich ganz um Mission. Sie hatte eine große Leidenschaft für Missionen. Sie war an vielen Orten im Missionseinsatz, sie diente und kümmerte sich um Menschen auf der ganzen Welt.“ Die Ermittlungen der Polizei zu den Umständen von Ross‘ Tod dauern an.