10.08.2026
Deutschland: SPD-Politiker Hikel kritisiert Islamismus-Kurs seiner Partei
Neuköllner Bürgermeister: Partei will politischen Islam einbinden statt bekämpfen
Berlin (IDEA) – Der scheidende Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel (SPD), hat den Umgang seiner Partei mit dem Islamismus scharf kritisiert. In der SPD herrsche ein „identitätspolitischer Ansatz“ vor, sagte Hikel in einem Interview mit „Focus Online“. Dieser Ansatz bedeute, „den Islamismus einzubinden, anstatt den politischen Islam zu bekämpfen. So schreitet diese Unterwanderung im Sinne des orthodoxen Islam gesellschaftlich fort.“ Er bedauere diese Entwicklung und sehe darin einen Schaden für Parteien links der Mitte, für SPD und Grüne. „Bei den Linken ist man in der Frage ohnehin hoffnungslos verloren“, so Hikel. Kritisch äußerte er sich auch zum Begriff „antimuslimischer Rassismus“. Dieser werde von bestimmten Akteuren genutzt, um „die Kritik am politischen Islam, am Islamismus als rassistisch zu diffamieren“. Zugleich betonte er, dass Diskriminierung von Muslimen existiere und bekämpft werden müsse.
Rückzug aus der Politik
Hikel ist seit 2018 Bezirksbürgermeister von Neukölln. 2025 trat er vom SPD-Landesvorsitz in Berlin zurück, in den er ein Jahr zuvor gemeinsam mit Nicola Böcker-Giannini gewählt worden war. Zudem kündigte er an, in diesem Jahr nicht erneut als Bezirksbürgermeister anzutreten. Mit seiner kritischen Haltung zur islamistischen Unterwanderung sei er innerhalb der SPD auf viel Widerstand gestoßen. Das habe zu seinem politischen Rückzug beigetragen: „Um politisch bestehen zu können, braucht man die klare Unterstützung seiner Organisation. Sonst können wir nicht glaubwürdig vor den Bürgern sein.“