10.08.2026
Großbritannien: Wegen „Jesus Loves You“-Aufkleber: Kfz-Versicherer verweigert Schutz
Ein christlicher Autofahrer in England erwägt jetzt rechtliche Schritte
London (IDEA) – Ein christlicher Autofahrer in Großbritannien erwägt rechtliche Schritte gegen seinen Kfz-Versicherer, weil dieser ihm nach eigenen Angaben mit dem Verlust des Versicherungsschutzes gedroht haben soll. Grund sei ein selbstgefertigter Aufkleber mit der Aufschrift „Jesus Loves You“ (Jesus liebt dich). Der 35-jährige Simeon Chandra wird dabei von der Organisation Christian Legal Centre (CLC/Christliches Rechtszentrum/London) unterstützt, das eine mögliche Diskriminierung aufgrund seines christlichen Glaubensbekenntnisses prüft.
Versicherer wertet Aufkleber als Fahrzeugumbau
Chandra hatte sich nach eigenen Angaben vor und nach dem Anbringen der handgefertigten Aufkleber an den Versicherungsmakler „GoSkippy“ gewandt, um transparent zu handeln. Zunächst sei ihm mitgeteilt worden, die Aufkleber seien zulässig, sofern er Fotos zur Akte einsende. Später habe die Prüfungsabteilung von GoSkippy die Aufkleber jedoch als Fahrzeugumbau gewertet und abgelehnt. In einer E-Mail des Unternehmens, das dem CLC vorliegt, heißt es: „Damit der Versicherungsvertrag fortbesteht und der Versicherungsschutz gewährleistet ist, verlangen wir, dass die Aufkleber vom Fahrzeug entfernt werden und dass Sie uns ein datiertes Foto zusenden, sobald die Aufkleber entfernt wurden.“ Nachfolgende Anfragen um Klarstellung seien unbeantwortet geblieben. Chandra ist nach eigenen Angaben unsicher, ob er sein Fahrzeug rechtmäßig weiter nutzen darf.
„Eine Botschaft der Hoffnung“
Er äußerte sich bestürzt über das Vorgehen des Versicherers: „Ich war schockiert, überrascht und verärgert, als man mir sagte, ich müsse die Aufkleber entfernen.“ Die Botschaft auf seinem Auto sei „weder beleidigend, politisch, hasserfüllt noch kommerziell. Es ist eine Botschaft der Hoffnung“. Im öffentlichen Leben seien alle möglichen Botschaften, Flaggen und Slogans zu sehen. „Aber wenn ein Christ eine friedliche Botschaft auf sein eigenes Auto klebt, scheint das plötzlich ein Problem zu werden.“ Er habe den Eindruck, dass sich die Entscheidung gezielt gegen Jesus richte: „Ich hätte weinen können. Ich glaube, Menschen mit anderen Botschaften wären nicht in dieselbe Situation geraten.“
Christian Legal Centre: Grundfrage der Religionsfreiheit
Laut der CLC-Geschäftsführerin Andrea Williams betrifft der Fall die grundsätzliche Frage, „ob Christen die Freiheit haben, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu bekunden, ohne von grundlegenden Dienstleistungen ausgeschlossen zu werden“. Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Jesus liebt dich“ sei nicht mit kommerzieller Werbung, einer politischen Kampagne oder einem beleidigenden Slogan vergleichbar, sondern „ein friedliches Bekenntnis zum christlichen Glauben“. Wenn Versicherer den Schutz verweigern könnten, weil ein Kunde eine christliche Botschaft zur Schau stelle, „sollte das jeden alarmieren, dem die Religions- und Meinungsfreiheit am Herzen liegt“.