11.08.2026

Italien: Katholische Bestattung für zwei Freimaurer abgelehnt

Kirche hält ihre Lehre und Freimaurerei für unvereinbar

Rom (IDEA) – In Italien haben katholische Diözesen die kirchliche Beisetzung für zwei engagierte Freimaurer verhindert. Das berichtete das Nachrichtenportal „InfoVaticana“. 2023 hatte das Dikasterium für die Glaubenslehre – eine Zentralbehörde der römisch-katholischen Kirche – bekräftigt, dass „die aktive Zugehörigkeit eines Gläubigen zur Freimaurerei verboten ist“. Grund sei die „Unvereinbarkeit zwischen der katholischen Lehre und der Freimaurerei“. In Rom verweigerte Kardinal Baldassare Reina die vorgesehene Totenmesse für den Gitarristen und Komponisten Bruno Battisti D‘Amario, der am 5. August im Alter von 88 Jahren gestorben war. Der Professor für klassische Gitarre arbeitete viele Jahre mit dem Komponisten und Oscarpreisträger Ennio Morricone (1928–2020) zusammen und wirkte an einigen seiner bekanntesten Filmmusiken mit. D‘Amario war Gründer einer römischen Freimaurerloge und Berater des größten und ältesten Dachverbandes von Freimaurerlogen in Italien, des Grande Oriente d‘Italia. Die Kirche ersetzte die Beerdigungsfeier durch ein Gebet mit den Angehörigen, um die Seele des Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes anzubefehlen – in Anwesenheit eines Priesters ohne liturgisches Gewand. In der Diözese Ventimiglia-Sanremo lehnte Bischof Antonio Suetta die kirchliche Trauerfeier für Mario Tarducci in Camporosso ab, nachdem bekanntgeworden war, dass dieser als „ehrwürdiger Meister“ in der örtlichen Freimaurerloge fungierte. In Italien gibt es nach Schätzungen rund 35.000 Freimaurer, in Deutschland sind es etwa 15.000.

Freimaurer bauen am „Tempel der Humanität“

Freimaurer fanden sich im 18. Jahrhundert zunächst in England in Logen zusammen. Mit ihrem Namen erinnern sie an die Ursprünge der Bewegung im Mittelalter, als Steinmetze und Baumeister eine Bruderschaft zur Weitergabe von Betriebsgeheimnissen bildeten. Freimaurer betrachten ihre geheimen Zusammenkünfte als „rituelle Arbeit“, um den „Tempel der Humanität“ weiterzubauen. Kritiker werfen ihnen einen „elitären Individualismus“ vor, da sie beanspruchten, sich durch Symbole und Rituale individuell zu „veredeln“. Die Freimaurerei wird in den Konfessionen unterschiedlich bewertet. So hält die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine Doppelmitgliedschaft in einer Landeskirche und einer Loge für möglich, während neben „Rom“ auch die evangelikale Bewegung den christlichen Glauben und die Freimaurerei für unvereinbar hält.