12.08.2026

Kolumbien: Nach Erdbeben - Christliche Werke starten Hilfe für Kolumbien

Über 250 Tote – Über 4.000 Menschen werden noch vermisst

Bogotá (IDEA) – Nach dem Erdbeben in Kolumbien haben christliche Organisationen mit der Nothilfe begonnen. Das Beben der Stärke 7,4 hatte sich am 10. August ereignet. Die Behörden geben die Zahl der Toten aktuell mit über 250 an. Mehr als 4.000 Menschen gelten noch als vermisst. Das Epizentrum lag nahe der Gemeinde San José del Palmar im Westen des Landes in einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Die Hilfsorganisation World Vision, die seit Jahrzehnten im Land tätig ist, hat ihre Nothilfeteams aktiviert. Mitarbeiter seien vor Ort, um die Lage einzuschätzen und die dringendsten Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Der Direktor von World Vision in Kolumbien und Venezuela, Peter Gape, erklärte: „Als Organisation, die sich vor allem dem Schutz von Kindern verpflichtet hat, erheben wir gemeinsam mit lokalen Partnern den Bedarf an Hilfen in armen Familien und für die Grundversorgung wichtiger Einrichtungen, um entsprechende Hilfe leisten zu können.“ Neben der Bergung von Überlebenden ist es laut dem Hilfswerk wichtig, die Betroffenen mit Wasser und Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Hilfswerk humedica (Kaufbeuren) bereitet nach eigenen Angaben mit einer örtlichen Partnerorganisation Hilfsmaßnahmen vor. Dazu benötige man aber die finanzielle Unterstützung von Spendern in Deutschland. humedica leistet auch Hilfe in Venezuela, wo am 24. Juni bei zwei schweren Erdstößen mehr als 6.000 Menschen ums Leben kamen.

Turm einer Kathedrale eingestürzt

Bei dem Erdbeben in Kolumbien wurde auch die Kathedrale in der Stadt Manizales schwer beschädigt. Ein Turm der Basilika kippte zunächst zur Seite und stürzte dann ein. Sie besitzt den höchsten Turm des Landes mit rund 118 Metern. Die Kathedrale war zuletzt 1962 von einem Erdbeben betroffen. Auch damals fiel ein Turm in sich zusammen. Von den rund 53 Millionen Einwohnern Kolumbiens sind nach Angaben des Pew Research Centers in den USA 60 Prozent Katholiken, 15 Prozent Protestanten und 23 Prozent religiös Ungebundene.