31.12.2007
Indonesien: Westpapua - Völkermord auf Raten im Land des „Friedenskindes“
AKREF/JJ 22.12.2007 - Wenn die derzeitigen demographischen Trends anhalten, wird
Westpapua (ehemals Irian Jaya, der zu Indonesien gehörige Westteil der Insel Neuguinea) bis
2011 eine moslemische Mehrheit haben. Die eingeborenen melanesischen Papuaner werden bis
2030 auf eine Minderheit von nur 15 % schrumpfen. Diese ernüchternde Voraussage wurde
kürzlich von dem Politologen Dr. Jim Elmslie vom West Papua Projekt der Universität Sydney
gemacht.
Dr. Elmslie stellte ergänzend fest, dass in dieser Prognose die eskalierende HIV Aids
Infektionsrate noch nicht berücksichtigt ist. Aids wurde insbesondere durch Prostituierte in den
Arbeitersiedlungen in abgelegenen Bergbaugebieten und durch von der indonesischen Armee
ins Land gebrachte infizierte Prostituierte aus Java und Bali stark verbreitet. Außerdem kommt
es immer wieder zu Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch indonesische Soldaten.
Dr. Elmslie berichtet vom Skandal, dass in den von den Vereinten Nationen finanzierten
Familienplanungsambulanzen Papua Frauen - ohne deren Wissen oder Zustimmung -
empfängnisverhütende Injektionen mit Langzeitwirkung statt des von den Frauen gewünschten
Gonorrhoemedikaments verabreicht werden. Es ist tragisch, dass im Hochland von Westpapua,
wo Gesundheitsdienste für Mütter und Familiengesundheitsdienste so gut wie unbekannt sind,
Mittel der Vereinten Nationen verwendet werden, um die Geburtenrate noch künstlich zu
senken.
Das Bevölkerungswachstum der melanesischen Papuaner in Westpapua ist mit 1,67 % deutlich
niedriger als auf der anderen Seite der Grenze im unabhängigen Papua Neuguinea (2,6 %).
In den letzten vier Jahrzehnten, seit Westpapua unter indonesischer Herrschaft steht, wurde die
Einwanderung moslemischer Indonesier, vor allem aus Java, vorangetrieben. Weiters gab und
gibt es in der Provinz nie enden wollende Repressalien, Morde, Vergewaltigungen,
Landenteignungen und Unterdrückungsmaßnahmen, wobei die indonesische Armee oft eine
wesentliche Rolle spielt. All das hat sich auf die Bevölkerungsentwicklung der Provinz
ausgewirkt.
1971 gab es 887.000 ethnische Papuaner in Westpapua, denen 36.000 nicht in der Provinz
geborene Indonesier gegenüber standen. Das heißt, die Papuaner bildeten eine Mehrheit von 96
%. Aus den Angaben des indonesischen Statistikamts errechnet ist der Anteil der Papuaner an
der Gesamtbevölkerung Westpapuas bis 2005 auf 59 % gefallen.
Dr. Elmslie befürchtet dass die Situation in Westpapua, wo Moslems aus Java und von anderen
indonesischen Inseln den Handel, das Bildungswesen und natürlich das Militär dominieren, auf
eine Kollision zusteuert. Dies ist auch die Befürchtung der eingeborenen Bevölkerung, sowie
von Menschenrechtsorganisationen, die die Situation in Westpapua mit Besorgnis beobachten.
Christliche Leiter versuchen, bisher erfolgreich, die mehrheitlich christlichen Papuaner von
gewaltsamem Widerstand gegen die indonesischen Repressionen abzuhalten. Zur Missionierung
dieses Volkes sei an das Buch „Das Friedenskind“ von Don Richardson erinnert. Jeder
gewaltsame Widerstand würde der indonesischen Armee zur einen Vorwand zu weiteren
Repressalien liefern.
Quelle: WEA-RLC. Deutsche Kurzfassung: ÖEA