02.10.2007

Indien: Pastor vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

Pastor: Gebete um fairen Prozess zeigten Wirkung

Indien: Pastor vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

Pastor: Gebete um fairen Prozess zeigten Wirkung

25. September 2007 (Open Doors) – In Indien ist ein Pastor vom Vorwurf der Vergewaltigung
und Zwangsabtreibung freigesprochen worden. Am 12. September 2007 wurde Pastor Simon
Tandy, alias Rohit Ranjan, vom Gerichtshof in Kanker/Bundesstaat Chhattisgarh für nicht
schuldig erklärt. Über neun Monate hatte der Pastor im Gefängnis verbracht, bevor er am 27.
November 2006 auf Kaution entlassen wurde. Seit der im Juni 2005 fälschlicherweise
erhobenen Anklage von Hindu-Extremisten wurde der Pastor immer wieder von Extremisten
bedroht, die auch während der Verhandlungstage im Gerichtssaal Richter, Anwälte und Zeugen
durch ihre Anwesenheit eingeschüchtert haben.
Hunderte Briefe ermutigten Pastor
Um den Pastor in der schweren Zeit zu ermutigen, startete das Hilfswerk für verfolgte Christen
Open Doors eine weltweite Schreibaktion. Nach dem Freispruch sagte der Pastor gegenüber
Open Doors: „All dies wäre ohne eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Ihr seid von
Beginn an bis ganz zum Schluss bei mir gewesen. Selbst als andere sich zurückzogen, habt ihr
weiter an meine Unschuld geglaubt. Es ist das Ergebnis der Fürbitte vieler Christen um eine
fairen Prozess, dass ich heute ein freier Mann bin.“ Für ihn seien die Anteilnahme von Christen
und Hunderte von Briefen „das schönste Geschenk“ gewesen, das er sein Leben lang in Ehren
halten werde. Open Doors übernahm die Anwaltskosten für einen Rechtsbestand aus der
Großstadt Raipur, da Anwälte aus Kanker Angst hatten, den Fall zu übernehmen. Pastor Ranjan
wurde inzwischen eingeladen, in theologischen Seminaren, die Christen auf
Verfolgungsseminare vorbereiten, über seinen Leidensweg zu sprechen und Christen zu
ermutigen.
Hintergrund:
Pastor Ranjan wurde in den letzten Jahren immer wieder von Hindu-Fundamentalisten bedroht.
Im Juni 2005 versuchten sie, ihn durch falsche Anschuldigungen wegen mehrfacher
Vergewaltigung und Zwangsabtreibung ins Gefängnis zu bringen. Möglicherweise aus Angst
mieden selbst Pastoren und Gemeindeleiter den Kontakt zu ihm. Um seiner Festnahme zu
entgehen, zog er acht Monate umher. Am 20. Februar 2006 gab Pastor Ranjan auf und stellte
sich der Polizei. Er kam unschuldig ins Gefängnis in Kanker/Chhattisgarh, bis er im November
2006 auf Kaution entlassen wurde. Bei einer Verurteilung hätte Ranjan eine lebenslange
Haftstrafe gedroht.