22.09.2007

Türkei: Christen sind weiterhin potenzielle Zielscheiben

Izmit/Türkei, 10.09.2007 (OD) Der Pastor der protestantischen Gemeinde in Izmit im Westen
der Türkei muss sich ständig von einem Leibwächter begleiten lassen. In der Kirche wurden
vor einigen Monaten Überwachungskameras installiert. Der Pastor ist der Schwager von
Necaty Aydin, einem der drei Männer, die beim Anschlag auf ein christliches Verlagshaus am
18. April 2007 ermordet wurden. Einer der verhafteten Schuldigen dieses Anschlags gab zu,
den Pastor in Izmit ebenfalls ermorden zu wollen. Diese Aussage wurde in der Presse
publiziert. Diesen Sommer bezeichneten einige Zeitungen den Pastor als nächstes Opfer einer
Bande von Kriminellen. Ebenfalls diesen Sommer bewarfen Jugendliche die Fassade des
Gemeindehauses mit Eiern.
Dies zeigt den Druck, der auf die christliche Minderheit in der Türkei ausgeübt wird. Die
Lage wird in einem von der türkischen protestantischen Allianz am 1. September
veröffentlichten Dokument scharf verurteilt: "In den letzten Jahren hat die Anzahl Drohungen
gegen Gemeinden und die Angriffe gegen Kirchengebäude eine Rekordzahl erreicht". Das
Dokument zeigt auch die Verantwortung der Medien auf: "Die protestantische Gemeinschaft
ist von der Desinformations-Kampagne der Medien betroffen, die die Christen - vor allem die
Bekehrten - als potenzielle Zielscheiben zeigt." Der Bericht endet mit einem Appell an den
Staat, der "die Religionsfreiheit und die Sicherheit der Personen und Güter garantieren muss".
Quelle: Open Doors