14.02.2008

Algerien: Druck auf christliche Minderheit wächst

Fast jeden Tag warnen Zeitungen vor wachsenden Gemeinden in Algerien

Algerien: Druck auf christliche Minderheit wächst

Fast jeden Tag warnen Zeitungen vor wachsenden Gemeinden in Algerien

 

A l g i e r (idea)- 10.02.08 – In Algerien erhöht sich der Druck auf die christliche Minderheit.
Wie die Organisation Middle East Concern (Sorge Mittlerer Osten) im mittelenglischen
Loughborough mitteilt, haben einheimische Gemeindeleiter um Fürbitte gebeten. Es gebe eine
anhaltende und intensive Medienkampagne gegen Christen.
So habe die algerische Presse an den meisten Januartagen Artikel gebracht, die Sorge über das
Anwachsen der Gemeinden zum Ausdruck bringen. Die detaillierten Darstellungen ließen auf
Informanten in Gemeinden schließen. Sieben christliche Versammlungen seien von den
Behörden geschlossen worden. Mehrere Gemeindeleiter seien aufgefordert worden,
Genehmigungen vorzulegen, die von einem staatlichen Gremium ausgestellt sein müssen, das
aber noch nicht existiere. Einige christliche Führungspersonen seien im vorigen Jahr angeklagt,
aber keiner verurteilt worden. Am 5. Februar habe man drei Christen, denen die
Verunglimpfung des Islam vorgeworfen werde, mitgeteilt, dass sie zu drei Jahren Haft und einer
zusätzlichen Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt würden. Das schriftliche Urteil werde am 12.
Februar erwartet. In anderen Fällen seien Gerichtsverhandlungen für den 45. März bzw. den 2.
April festgelegt worden. In dem nordafrikanischen Land sind nach offiziellen Angaben 99
Prozent der 32,4 Millionen Einwohner Muslime. Der Islam ist Staatsreligion. Die Zahl der
Christen wird auf etwa 10.000 geschätzt. Im Jahr 2006 wurde ein Anti-Missionsgesetz
eingeführt. Danach wird mit einer zwei- bis fünfjährigen Haft bestraft, wer einen Muslim
anstiftet, zwingt oder mit verführerischen Mitteln beeinflusst, zu einer anderen Religion
überzutreten. Die Strafandrohung gilt auch für die Herstellung und Verbreitung von
Dokumenten, die geeignet sind, den Glauben eines Muslims ins Wanken zu bringen. Außerdem
müssen christliche Gemeinden alle Gottesdienste vorher den Behörden anzeigen.