04.06.2008

Irak: El-Kaida-Führer wegen Mords an Erzbischof zum Tode verurteilt

B a g d a d (idea) -  20.05.08– Im Irak ist ein führendes Mitglied der Terrororganisation El Kaida wegen seiner Verwicklung in die Entführung und Ermordung des chaldäisch-katholischen Erzbischofs von Mossul (Nord-Irak), Paulos Faradsch Rahho, zum Tode verurteilt worden.

Der zentrale Strafgerichtshof habe das Urteil für Ahmed Ali Ahmed, auch bekannt als Abu Omar, ausgesprochen, teilte ein Regierungssprecher in Bagdad am 18. Mai mit. Der Erzbischof war am 29. Februar im Anschluss an eine Messe verschleppt worden. Drei Begleiter wurden getötet. Die Leiche des Erzbischofs wurde am 13. März aufgefunden. Wie sich herausstellte, war er schon fünf Tage tot. Das Verbrechen hatte in der christlichen Welt Bestürzung ausgelöst und war als ein Höhepunkt der Verfolgung der christlichen Minderheit im Irak angesehen worden.

Chaldäische Kirche „nicht glücklich“ über Todesurteil

Wie Radio Vatikan mitteilte, sei die chaldäische Kirche im Irak „nicht glücklich“ über das Todesurteil. Der ermordete Erzbischof hätte eine solche Verurteilung nicht akzeptiert, erklärte Weihbischof Shlemon Warduni in Bagdad. Der Kirche sei, so Patriarch Emmanuel II. Delly, an Frieden, Sicherheit und Versöhnung gelegen. Dafür sei Rahho zeitlebens eingetreten. Die chaldäischen Katholiken bilden die größte Gemeinschaft in der christlichen Minderheit im Irak, die vor dem Krieg aus etwa einer Million Kirchenmitgliedern bestand. Experten schätzen, dass in den vergangenen fünf Jahren etwa drei Viertel der chaldäischen Katholiken den Irak wegen fortgesetzter Übergriffe verlassen haben. Es gebe insgesamt noch 450.000 Christen. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Irak sind 95 Prozent Muslime.