24.04.2009
Usbekistan: Neues Gerichtsverfahren, hohe Gefängnis- und Geldstrafen
AKREF/JJ – 24.4.3009 - Zehn laut Aussagen von Familienmitgliedern friedliche Anhänger des türkischen islamischen Rechtsgelehrten Said Nursi müssen sich seit 22. April vor einem Gericht in der usbekischen Hauptstadt Taschkent verantworten. Drei Anhänger dieses Theologen, dessen Bücher in Usbekistan offen verkauft werden, wurden bereits zu acht bzw. elf Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Prozesse sind Teil einer andauernden Kampagne gegen religiöse Organisationen und Gläubige verschiedener Religionen in ganz Usbekistan.
Im Zuge dieser menschenrechtswidrigen Maßnahmen wurden mehrere protestantische Christinnen zu extrem hohen Geldstrafen verurteilt. Nargiza Abdurakhmonova, Kibriyo Kamilova und Oksana Bugayeva müssen jeweils 100 monatliche Mindestgehälter Strafe zahlen. Das Urteil des Strafgerichts des Bezirks Mirza-Ulugbek der Hauptstadt Taschkent vom 13. April stützt sich auf das Verbot der Abhaltung von Versammlungen, Märschen oder Demonstrationen und Artikel 240, der Verstöße gegen das Religionsgesetz unter Strafe stellt.
Die drei Frauen waren bei einer Razzia in einer Privatwohnung beim Mittagessen angetroffen worden. In der Wohnung befanden sich eine Bibel, eine Kinderbibel, vier CDs und Tonbänder mit christlicher Musik. Diese wurden beschlagnahmt und das Zusammensein der drei Frauen mit ihren Gästen als illegale Versammlung gewertet. Einer der Gäste, der legal in Usbekistan lebende kasachische Christ Rodion Sayfutdinov wurde nach Kasachstan abgeschoben. Vor ihm wurden bereits mehrere andere legal in Usbekistan lebende Ausländer wegen religiöser Betätigung abgeschoben.
Quelle: Forum 18 News Service, Oslo
Übersetzung: AK Religionsfreiheit der Evangelischen Allianz