28.04.2009

Marokko: Mehr Freiheit für marokkanische Christen

Missionswerk: Arabisch-christliche Hausgemeinden in vielen Städten

Marokko: Mehr Freiheit für marokkanische Christen

Missionswerk: Arabisch-christliche Hausgemeinden in vielen Städten

S i n s h e i m (idea) - 28.04.09 – In Marokko hat sich die Lage für die christliche Minderheit entspannt. „Nach Jahrzehnten staatlicher Verfolgung können wir endlich aufatmen“, hieß es beim Jahresfest der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) am 27. April in Sinsheim.

Während Christen noch vor wenigen Jahren wegen ihres Glaubens ins Gefängnis geworfen und manchmal gefoltert worden seien, hätten sie heute deutlich mehr Freiheit. Aus den früher heimlichen Gottesdiensttreffen seien in vielen Städten arabisch-christliche Hausgemeinden mit bis zu 25 Mitgliedern geworden, über die sogar Tageszeitungen berichteten. Obwohl die meisten Berichte negativ seien, böten sie gute Anlässe für Gespräche über den christlichen Glauben. Zudem versuchten marokkanische Christen die internationale christliche Radio- und Fernseharbeit vor Ort zu unterstützen. Von den rund 30 Millionen Einwohnern Marokkos sind nach offiziellen Angaben 99 Prozent Muslime. Ferner gibt es kleine Minderheiten von Christen und Juden.

Die Bibel spricht für sich

Auch in anderen Erdteilen machten Christen positive Erfahrungen, teilte Missionsleiter Detlef Blöcher den rund 950 Festbesuchern mit. So habe eine Gemeinde auf den Philippinen bei ihren muslimischen Nachbarn großes Interesse für den christlichen Glauben gefunden, als sie mithalf, ein vom Sturm verwüstetes Nachbardorf wiederaufzubauen. Die Christen hätten sich sogar an der Rekonstruktion der Moschee beteiligt. „Einige Familien haben sich daraufhin für ein Leben mit Jesus entschieden“, so Blöcher. Auch im Nahen Osten, wo Missionsarbeit weitgehend verboten sei, kämen Menschen zum christlichen Glauben. Dort spreche die Bibel für sich, sagte Blöcher bei der Schilderung der Bekehrung eines Muslims, der sich Salim nennt. Das Leben dieses jungen Mannes sei von Angst vor Flüchen und dämonischen Mächten geprägt gewesen, bis er eine Bibel gefunden habe. Bei ihrer Lektüre habe er inneren Frieden gespürt und sich heimlich für einen Religionswechsel entschieden. Die DMG hat nach eigenen Angaben 350 Missionare weltweit im Einsatz.