28.04.2009
Pakistan: Parlament billigt Scharia in Teilen des Landes
Christen müssen Kopfsteuer an Taliban zahlen
Pakistan: Parlament billigt Scharia in Teilen des Landes
Christen müssen Kopfsteuer an Taliban zahlen
AKREF - 28.04.209 - Das pakistanische Parlament hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: In einem relativ großen Gebiet im Nordwesten Pakistans dürfen die Taliban ihre Ziele verwirklichen. Das heißt vor allem, dass jetzt die Scharia, das islamische Gesetz das Leben und vor allem die Rechtsprechung regeln wird. Religiöse Richter (Qasi) sollen jetzt “schnell und gerecht” Urteile sprechen, was sich bisher oft in den staatlichen Gerichten Jahre lang hinzog. Den Rechtanwälten wurde in diesem Gebiet schon gesagt, dass man jetzt auf sie verzichten könne.
Weil die Scharia von verschiedenen Schulen aber verschieden ausgelegt wird, sind Konflikte vorprogrammiert. Und wie viel Einfluss die Regierung selbst noch hat, ist eine andere offene Frage, nachdem sie sich dem Druck der Taliban gebeugt hat. Die Tageszeitungen sind voll von Kritik über das schmähliche Nachgeben der Regierung, aber an klaren Alternativen scheint es zu fehlen. Die Infiltration der umgebenden Gebiete und der großen Städte durch die Taliban geht weiter, aber trotz all dem geht das Leben überall seinen normalen Gang, weil auch Anschläge schnell wieder vergessen sind.
Viele Christen fragen sich, wie ihre Zukunft hier aussehen wird, wenn sich die Situation weiter verschlechtert. Einige wurden schon aufgefordert, den Taliban eine Steuer zu zahlen, wie sie in den ersten Jahrhunderten des Islam von den unterworfenen christlichen und jüdischen Minderheiten gefordert wurde.