29.04.2009
Deutschland: Meinungsfreiheit gegen Kirchenfeinde verteidigen
Der CDU-Bundestagskandidat Stefan Heck äußerte sich zum Streit um den Marburger Seelsorge-Kongress
Deutschland: Meinungsfreiheit gegen Kirchenfeinde verteidigen
Der CDU-Bundestagskandidat Stefan Heck äußerte sich zum Streit um den Marburger Seelsorge-Kongress
M a r b u r g (idea) - 29.04.09 – Zur Verteidigung der „Meinungsfreiheit gegen Kirchenfeinde“ hat der Marburger CDU-Bundestagskandidat Stefan Heck aufgerufen. Er wandte sich in einer Erklärung gegen Versuche, die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit beim Internationalen Kongress für Psychotherapie vom 20. bis 24. Mai in Marburg einzuschränken.
Veranstalter ist die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge
(Frankenberg/Nordhessen), die rund 1.000 Teilnehmer erwartet. Politiker von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland werfen dem Kongress vor, dass dort Referenten vorgesehen sind, die Homosexuelle „umpolen“ wollen. Manche Kritiker forderten die Stadt Marburg und die Universität auf, den Veranstaltern keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Andere verlangten die Absage von drei Seminaren, nämlich die von der Ärztin Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (Reichelsheim/Odenwald), dem Theologen Markus Hoffmann von der Lebensberatungsorganisation „Wüstenstrom“ (Tamm bei Ludwigsburg) und dem Psychologen Michael Gerlach (Heidelberg). In den drei von insgesamt 120 Seminaren geht es um Identitätsbildung und -konflikte. Der Veranstalter weist die Kritik als unbegründet zurück und will dem Druck nicht nachgeben. Homosexualität sei nicht Thema des Kongresses. Angesichts des Streits hat Heck den Eindruck, „dass hier interessierte rot-grüne Kreise versuchen, die christlichen Kirchen als radikale Fundamentalisten darzustellen“. Der weltoffene und tolerante Geist der Universitätsstadt Marburg dürfe nicht durch „blinde Ideologie“ gefährdet werden.
Referentin: Es wird diskriminiert statt diskutiert
Unterdessen hat sich die Ärztin Vonholdt gegenüber der Tageszeitung „Oberhessische Presse“ zu dem Streit um den Kongress geäußert. Sie erlebe keine Diskussion, „sondern lediglich diskriminierende Agitationsparolen“. Diese verhinderten den öffentlichen Diskurs über die wirklich wichtigen Themen in Deutschland. Dazu gehöre die Frage: „Wie geht eine freie Gesellschaft mit Menschen um, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden?“ Das Thema sei derart tabuisiert, dass Betroffene oft keine Hilfe fänden. Vonholdt: „Ich kenne Männer, die regelmäßig ins europäische Ausland fahren oder erfolgreich eine Telefontherapie mit kalifornischen Psychotherapeuten durchführen, weil sie in Deutschland keine Hilfe bekommen.“ Leidenden Menschen das Recht absprechen zu wollen, ein Therapieziel ihrer Wahl anzustreben, sei „in hohem Maß diskriminierend“.
Evangelische Allianz unterstützt den Kongress
Die Evangelische Allianz Marburg hat sich in einer Erklärung hinter den Kongress gestellt. Sie forderte die Verantwortlichen der Stadt, der Universität und des Landes Hessen auf, „allen Versuchen der Zensur und Einschüchterung“, die gegen den Kongress oder einzelne Referenten gerichtet seien, zu widerstehen. Die Allianz, zu der Christen aus 15 landes- und freikirchlichen Gemeinden gehören, äußerte sich zugleich dankbar für „die qualifizierte und segensreiche Arbeit“ der an dem Kongress teilnehmenden Psychiater, Psychotherapeuten, Psychologen, Therapeuten und Seelsorger. „Aus der Erfahrung der Gemeindepraxis wissen wir, wie wichtig kompetente und engagierte seelsorgerliche und therapeutische Begleitung von Menschen in unserer Zeit ist“, heißt es. Vorsitzender der Evangelischen Allianz Marburg ist der Diplom-Ingenieur Karl Böttner.