11.08.2009
Deutschland: Neue Attacken gegen Evangelikale
Daniel Mack Protestiert gegen Allianz-Gottesdienst im ZDF Mainz/Hamburg (idea) - 12. August 2009 – Linksorientierte Politiker und Medien machen weiter Front gegen die evangelikale Bewegung. Nachdem das ZDF-Magazin „Frontal 21“ in der Sendung am 4. August scharfe Kritik an der Missionsarbeit geübt hatte, protestierte jetzt ein hessischer Politiker der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ dagegen, dass das ZDF am 9. August einen Gottesdienst der Deutschen Evangelischen Allianz – Dachorganisation von rund 1,3 Millionen Evangelikalen aus Landes- und Freikirchen - ausgestrahlt hat. Daniel Mack (Hanau), Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Flucht seiner Partei, bezieht sich in einem Offenen Brief an den ZDF-Fernsehrat unter anderem auf den Beitrag von Frontal 21, in dem missionarisch engagierte Christen mit islamischen Fundamentalisten verglichen worden waren. Mitverfasser des Briefes ist Frederik Seibring von der Marburger Hochschulgruppe „Aktive Humanisten“, die mit dem Slogan „Gottlos glücklich“ für sich wirbt. Sie werfen der Allianz „Minderheitenfeindlichkeit“ vor und begründen dies mit deren kritischer Haltung zu Abtreibung und Homosexualität. „Die Organisation und die mit ihr verbundenen Untergliederungen und Gruppierungen haben ein Menschen- und Weltbild, welches sich klar gegen das Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Grundordnung richtet. Sie streben nach politischer Macht“, so Mack und Seibring. Sie fragen die ZDF-Verantwortlichen: „Wie wollen sie der schleichenden Fundamentalisierung der Gottesdienstsendungen als öffentlichrechtlicher Sender Einhalt gebieten?“ Allianz-Generalsekretär: Absurde Vorwürfe Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), wies die Vorwürfe als absurd zurück. Wer sich gegen Straftatbestände wie die Tötung ungeborener Kinder wende, sei nicht verfassungsfeindlich, sondern verfassungskonform. „Und wer die Geschichte der Evangelischen Allianz und die gegenwärtigen Aktivitäten in Sachen Menschenrechte verfolgt, kann nicht zu dem Schluss kommen, dass sich die Allianz gegen den Schutz von Minderheiten richtet“, so Steeb gegenüber idea. Nach seiner Ansicht sind die Autoren nicht an einer sachlichen Auseinandersetzung interessiert. Sie beriefen sich auf Fernsehsendungen und Bücher von Fernsehjournalisten, die wegen schlechter Recherchen viel Kritik hervorgerufen hätten. Steeb: „Ich verstehe deshalb, dass es die Briefeschreiber sehr stört, dass die Evangelische Allianz nun einmal wenigstens im Rahmen eines Gottesdienstes authentisch – ohne Schnitte und Kommentierungen – zu beobachten war.“
„Die Zeit“: Evangelikale wollen Homosexuelle „umerziehen“ Auch die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Hamburg) übte in einem Beitrag scharfe Kritik an „evangelikalen Fundamentalisten“. Diese wollten Homosexuelle „umerziehen“, behauptet Zeit Online in der Ausgabe vom 11. August unter der Überschrift „Schwulenhetze, streng wissenschaftlich“. Bei wissenschaftlichen Kongressen und in Universitäten versuchten die meist evangelikalen Gruppen, ihre Thesen zu verbreiten. Zwei Organisationen propagierten „die Umerziehung besonders offensiv“: das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft und der Verein „Wüstenstrom“. In diesem Zusammenhang wird auch der „Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ angeführt, an dem im Mai in Marburg rund 1.000 Experten auf diesem Gebiet teilgenommen hatten. Das Treffen war im Vorfeld von homosexuellen und linksorientierten Gruppen wegen der Mitwirkung angeblicher „Homo-Heiler“ angegriffen worden. Bei dem Kongress zum Thema Identität spielte Homosexualität keine Rolle.